ESF-Jahresververanstaltung 2013

Ein Thema. Viele Perspektiven. Der Kongress zum dualen Studium in Hessen.

Das duale Studium ist in aller Munde. Auch, aber nicht nur aufgrund des ungebrochenen Aufwärtstrends, der das duale Studium seit Jahren als die am schnellsten wachsende Studienform in Deutschland ausweist. Mit dem bundesweiten Kongress zur Landeskampagne Duales Studium Hessen lud die Jahresveranstaltung des Europäischen Sozialfonds Hessen daher ein, Bilanz zu ziehen und gleichzeitig nach vorne zu blicken: Was treibt Unternehmen, Bildungsanbieter und dual Studierende an – und um? Wie wird, wie soll, sich das duale Studium in Zukunft entwickeln?

Wirtschaftsminister Florian Rentsch, Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann, Kultusministerin Nicola Beer und Prof. Dr. Mathias Müller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs (ARGE) unterzeichneten im Rahmen der Veranstaltung vor rund 200 Gästen aus Bildung, Politik und Wirtschaft eine gemeinsame Absichtserklärung, die die Weichen für den weiteren Ausbau des dualen Studiums in Hessen stellt. Bis 2020, so das im Memorandum of Understanding festgehaltene Ziel, soll sich die Zahl der dual Studierenden in Hessen auf rund 8.000 verdoppeln. Nachhaltig unterstützt wird das duale Studium zudem künftig von den zehn hessischen  Industrie- und Handelskammern, die mit neu eingerichteten Informationsbüros Unternehmen und Studieninteressierten künftig als Ansprechpartner bei Fragen zur Verfügung stehen.

Der Schlüssel zum Erfolg, dies machten auch die verschiedenen Beiträge des Kongresses deutlich, liegt in der Zusammenarbeit. Wie kein anderes Ausbildungs- und Studienmodell lebt das duale Studium vom Prinzip der Kooperation. Diese Einsicht stellte auch Dr. Sirikit Krone vom Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen ihrem Vortrag voran. Die Bildungsforscherin stellte zentrale Ergebnisse der im März 2013 fertig gestellten bundesweiten Untersuchung zu dualen Studiengängen vor. Unter dem Titel „Das duale Studium im Kontext des gemeinsamen europäischen Arbeitsmarktes – Chancen für die Fachkräftesicherung in Europa“ zeigte Peter Besselmann, Programmdirektor der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der EU-Kommission, die Anknüpfungspunkte zu den Möglichkeiten des Europäischen Sozialfonds als dem zentralen arbeitsmarktpolitisches Förderinstrument auf.

In insgesamt drei Foren beleuchteten anschließend Vertreterinnen und Vertreter der Bildungseinrichtungen gemeinsam mit Fachleuten aus der betrieblichen Praxis am Nachmittag die Entwicklungsperspektiven und aktuellen Herausforderungen für den weiteren Ausbau des dualen Studiums. Anhand von Best-Practice-Beispielen erörterten insgesamt 20 Referenten die unterschiedlichen Facetten des Modells duales Studium: Welche Trends zeichnen sich im Ausbau des Fächerspektrums ab? Wie lassen sich eine hervorragende Ausbildungsqualität und eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis gewährleisten? Und: wie können auch kleinere Unternehmen von dem Ausbildungsmodell profitieren?

 

Die Foren im Überblick

Forum 1: Markt.machen

Duales Studium als Wettbewerbsvorteil: Experten und Praktiker beleuchteten aus unterschiedlichen Perspektiven, wie das duale Studium zu einem Win-Win-Modell für alle Beteiligten wird und zeigten, wie einzelne Unternehmen, ganze Branchen und Regionen von dem Modell profitieren. Mehr

Forum 2: Qualität.sichern

Die Ansprüche an ein duales Studium sind hoch. Forum zwei fragte: Mit welchen (unterschiedlichen) Erwartungen begegnen sich Studierende, Unternehmen und Bildungsanbieter? Welche inhaltlichen und organisatorischen Herausforderungen gilt es gemeinsam zu meistern? Und wie sichern gute Partner die Qualität in Theorie und Praxis? Mehr

Forum 3: Perspektiven.gestalten

Ausbau und Wachstum: Das duale Studium bleibt auf Expansionskurs – und hält auf die Frage nach der wachsenden Komplexität von Berufsbildern längst mehr als eine Antwort bereit. Im Forum drei diskutierten Experten: Welche Entwicklungsperspektiven versprechen Erfolg? Was brauchen wir (noch)? Wohin geht die Reise? Mehr

 

Abgeschlossene Pilotprojekte

Pilotprojekt 1: Duales Studienzentrum Darmstadt und Südhessen

Duales Studienzentrum Darmstadt

Um den gemeinsamen Ausbau von dualen Studiengängen zwischen Hochschulen und Unternehmen in der Region voranzutreiben, haben die Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt und die Hochschule Darmstadt (h_da) im Jahr 2010 gemeinsam ein Duales Studienzentrum aufgebaut. Finanziert wurde das Projekt mit einem Gesamtvolumen von 1,4 Millionen Euro zur Hälfte von den IHK Darmstadt sowie der Hochschule Darmstadt und zur anderen Hälfte aus dem Europäischen Sozialfonds. 2014 wurde das Modellprojekt „Duales Studienzentrum Darmstadt“ in kontinuierliche Strukturen überführt: An der Hochschule Darmstadt sind inzwischen vier zentrale und dezentrale Stellen für das duale Studium geschaffen worden. Darüber hinaus sind Informationsbüros an allen hessischen IHKs entstanden. Dort bieten die Kammern ihren Mitgliedsunternehmen anbieterneutrale und unabhängige Verweisberatung zum dualen Studium an.

Pilotprojekt 2: HESSENMETALL Cluster-Initiative

HESSENMETALL Cluster-Initiative

HESSENMETALL und die HESSENMETALL Cluster-Initiative haben von 2011 bis 2012 die Arbeit an der Kampagne Duales Studium Hessen mit einem branchenspezifischen Ansatz für das produzierende Gewerbe unterstützt: Dazu wurden Unternehmensnetzwerke genutzt, um das Konzept des dualen Studiums in die Unternehmen zu tragen. Regionale Kooperationsmanager haben gezielt Firmen angesprochen, um den innovativen Ansatz des Dualen Studiums gezielt und dem unternehmerischen Bedarf entsprechend weiterzuentwickeln.