Kühne-Hörmann, Posch und Bildungsanbieter unterschreiben gemeinsame Erklärung
Zudem muss der Praxisanteil mindestens 30 Prozent der gesamten Ausbildungs- und Studiendauer ausmachen. Eine entsprechende Deklaration haben Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann, Wirtschaftsminister Dieter Posch und die Anbieter dualer Studiengänge am 21. September 2010 im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterschrieben. Grundlage ist ein Kriterienkatalog, den eine Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern von Hochschulen, Berufsakademien, Wirtschaftsverbänden sowie von Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium formuliert hat.
„Wir haben klare Qualitätsmerkmale entwickelt und das Profil der Marke ,Duales Studium Hessen’ geschärft, um allen Interessenten das hessische Angebot an dualen Studiengängen noch transparenter zu präsentieren“, sagte Wissenschaftsministerin Kühne-Hörmann. Hessen habe den Vorteil, durch private und öffentliche Hochschulen sowie Berufsakademien über eine außergewöhnliche Vielfalt an Anbietern und Angebotsformen im dualen Studium zu verfügen. Das komme nicht zuletzt dem Interesse der Unternehmen an passgenauen Lösungen entgegen und werde regionalen Besonderheiten besser gerecht, hob die Ministerin hervor. „Ich freue mich, dass die Bedeutung des Dualen Studiums in Hessen in den vergangenen Jahren so zugenommen hat. Aufgrund der engen Verbindung von Theorie und Praxis ist das Duale Studium ein besonders erfolgreiches und zukunftsträchtiges Modell.“
Wirtschaftsminister Dieter Posch lobte die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Landesregierung; dies habe der Kombination aus praktischer Berufsausbildung und wissenschaftlichem Studium zum Durchbruch verholfen. „Auf diesem Weg unterstützen wir hessische Unternehmen bei der Gewinnung künftiger Fach- und Führungskräfte und verbessern damit unsere Standortbedingungen weiter. Wenn alle an einem Strang ziehen, können wir die Fördermittel des Landes Hessen und des Europäischen Sozialfonds optimal nutzen.“
Dr. Roland Lentz, hochschulpolitischer Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der hessischen IHKs, hob die Bedeutung dualer Studiengänge für die Wirtschaft hervor: „Für Unternehmen sind duale Studienangebote ein innovatives Instrument, um Fachkräftenachwuchs praxisnah und zugleich auf akademischem Niveau auszubilden und an das Unternehmen zu binden. Wir freuen uns, dass die hessischen Berufsakademien und Hochschulen gemeinsam Qualitätskriterien vereinbart haben, die eine bessere Transparenz für unsere Unternehmen schaffen. Wir hoffen nun, dass insbesondere in technischen Studienrichtungen weitere duale Studiengänge entstehen, zu denen die Unternehmen leichten Zugang finden.“
Prof. Dr. Katja Lenz, Vizepräsidentin der Hochschule Darmstadt und Mitglied der Arbeitsgruppe Duales Studium Hessen, sagte: „In fünf Sitzungen hat sich die Arbeitsgruppe auf Qualitätskriterien zur Dachmarke ‚Duales Studium Hessen‘ verständigt. Die Kriterien gewährleisten Studierenden, Unternehmen und Bildungsanbietern die Berücksichtigung ihrer jeweiligen Anforderungen und geben die Möglichkeit einer engen Zusammenarbeit auf fachlicher Ebene. Die Aktivitäten zur Erhöhung der Anzahl dualer Studienplätze in Hessen müssen fortgeführt werden. Dazu zählt insbesondere die Informationskampagne in Schulen und Unternehmen sowie die Unterstützung bei Entwicklung und Durchführung dualer Studienangebote.“
In Hessen gibt es bereits seit mehr als zehn Jahren duale Studiengänge. Sie werden sowohl von staatlichen als auch von privaten Institutionen angeboten. Um Transparenz in die breite Palette an Angeboten zu bringen und den Ausbau dieser Studienform zu fördern, initiierten das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst 2008 die Kampagne „Duales Studium Hessen“. Seither ist die Anzahl dual Studierender um rund 45 Prozent auf über 3.000 gestiegen.


