Der Weg zum Dualen Studium Hessen
Bedarfsanalyse
Bevor Unternehmen das duale Studium anbieten, muss intern der Bedarf für eine Position mit den entsprechenden akademischen Qualifikationen analysiert und identifiziert werden. Dies ist wichtig, um eine geeignete Hochschule bzw. Berufsakademie mit einem passenden Angebot zu finden. Nur so ist es möglich, die Qualität der Ausbildung sicherzustellen und akademisch ausgebildete Beschäftigte ihren Fähigkeiten entsprechend einzusetzen.
Unternehmenseignung
Im Grunde kann jedes Unternehmen, unabhängig von der Unternehmensgröße, Kooperationen mit Hochschulen oder Berufsakademien sowie Ausbildungspartnerschaften mit Studierenden eingehen. Der Betrieb sollte jedoch verschiedene inhaltliche und personelle Kriterien erfüllen, um die berufspraktische Ausbildung gemäß dem Studienplan durchführen zu können.
Unternehmensgröße
Kleine und mittelständische Unternehmen verfügen manchmal nicht über die notwendigen Ressourcen, um Fachkräfte in allen Bereichen auszubilden. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, sich mit anderen Unternehmen zusammenzuschließen und gemeinsam in einem Verbundmodell auszubilden.
Folgende interne Kriterien sollte das Unternehmen erfüllen:
- Um die Studierenden optimal zu unterstützen, stellt der Betrieb eine Kontaktperson. Diese ist über die Studieninhalte informiert und steht den Studierenden als Ansprechpartnerin bzw. Ansprechpartner zur Seite.
- Die betreuende Person verfügt über einen Studienabschluss oder eine ähnliche Ausbildung, vergleichbar mit dem angestrebten Abschluss der Studierenden.
- Bei ausbildungsintegrierten Studiengängen ist eine Ausbildereignungsprüfung erforderlich.
- Das Unternehmen unterstützt die Studierenden in der gesamten Studienzeit und stellt die benötigte Infrastruktur zur Verfügung (Arbeitsplatz, Arbeitsmittel etc.).
- Ist eine Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf in das duale Studium integriert, so muss das Unternehmen die Eignungskriterien für diesen Beruf gemäß BBiG (Berufsbildungsgesetz) erfüllen und den Studierenden ermöglichen, dass sie eine entsprechende Prüfung vor der zuständigen Kammer ablegen können.
- Der Betrieb setzt die Studierenden in Tätigkeitsfeldern ein, die zu den Studieninhalten passen. Vor allem gewährleistet er eine umfassende Qualität der Praxisausbildung, die auf den späteren Berufseinsatz ausgerichtet ist.
Varianten
Unternehmen bieten Abiturientinnen und Abiturienten mit dem dualen Studium eine Alternative zu „Berufsausbildung oder Studium“: Duale Studiengänge an Berufsakademien, Hochschulen und Universitäten kombinieren beides miteinander. Aber nicht nur das: Auch bereits im Unternehmen können beschäftigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - teilweise auch ohne reguläre Studienzugangsberechtigung - mit einem dualen Studium gefördert werden.
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Ausbildungsintegrierte Studiengänge
Ausbildungsintegrierte Studiengänge verbinden ein Studium mit einer Erstausbildung. Zwei Varianten können hierbei unterschieden werden:
- Die praktische Qualifizierung findet im Rahmen eines regulären Ausbildungsverhältnisses nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) statt. Die Ausbildung endet mit einem Kammerabschluss (IHK/HWK). In der Regel besteht für solche Ausbildungsverhältnisse eine Berufsschulpflicht. Dual Studierende sind häufig davon befreit.
- Die praktische Qualifizierung wird innerhalb eines geregelten Praktikumsverhältnisses erbracht, auf das das BBiG nur teilweise anzuwenden ist, beispielsweise hinsichtlich der Angemessenheit der Vergütung. Eine Berufsschulpflicht besteht nicht. In einigen Fällen wird nach Abschluss des Grundstudiums ein staatlich anerkannter Abschluss (Assistent/in) verliehen, unter bestimmten Umständen ist auch eine externe Kammerabschlussprüfung möglich. Informationen hierzu erhalten Sie bei der zuständigen Stelle, in der Regel bei den IHK oder HWK.
Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums wird als Titel der Bachelor vergeben. Im Rahmen des Bolognaprozesses wurden alle Hochschulabschlüsse auf die international anerkannten Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt, so dass der Bachelor der erste berufsbefähigende Regelabschluss eines Hochschulstudiums ist.
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Praxisintegrierte Studiengänge
Diese Studiengänge, z. T. auch kooperative Studiengänge genannt, bieten neben einer praktischen Tätigkeit auf der Basis eines Praktikumsvertrages ein wissenschaftliches Studium an einer Hochschule bzw. Berufsakademie. Dadurch können Unternehmen ebenso auf steigende Qualifikationsanforderungen reagieren wie engagierten und kompetenten Fach- und Führungskräftenachwuchs ausbilden. Theoretische und praktische Inhalte dieses Studienmodells sind eng aufeinander abgestimmt.
Als Zugangsvoraussetzungen gelten neben Abitur oder Fachhochschulreife zum Beispiel auch eine Meisterprüfung oder eine bestandene Aufnahmeprüfung bei einer Hochschule oder Berufsakademie.
Zeitmodelle
Das duale Studium findet, abhängig vom Bildungsanbieter, in unterschiedlichen Zeitmodellen statt. Grundsätzlich lassen sich das Block- und das Wochenmodell unterscheiden.
- Im Blockmodell wechseln Studierende zwischen Theorie- und Praxisphasen. Diese dauern jeweils mehrere Wochen an.
- Im Wochenmodell arbeiten sie beispielsweise drei Tage im Unternehmen und studieren zwei Tage an der Hochschule bzw. Berufsakademie.
Dauer des Studiums
Die Regelstudienzeiten dualer Studiengänge variieren zwischen sechs und acht Semestern. Beide vorgestellten Modelle sind dementsprechend um ein bis zwei Semester erweiterbar. Darüber hinaus können bei beiden Varianten Kammerabschlüsse oder sonstig staatlich anerkannte Abschlüsse integriert werden. Liegt in diesem Fall keine Befreiung von der Berufsschulpflicht vor, so ist der Berufsschulunterricht in der Regel in die theoretische Phase integriert.
Duale Studiengänge
Welche dualen Studiengänge es gibt und welche Bedingungen in jedem einzelnen Fall gelten, erfahren Sie in der Studiengangdatenbank des Dualen Studiums Hessen.


