Forum 1: Markt.machen

Duales Studium als Wettbewerbsvorteil: Experten und Praktiker beleuchteten aus unterschiedlichen Perspektiven, wie das duale Studium zu einem Win-Win-Modell für alle Beteiligten wird und zeigten, wie einzelne Unternehmen, ganze Branchen und Regionen von dem Modell profitieren.

Der Blick von außen erlaubt oft neue Einblicke. Im Forum 1 standen daher auch ausländische Ausbildungssysteme im Fokus – und wie der europäische Vergleich zeigte: „Ein duales Studium ist in Ansätzen auch im Ausland erkennbar, setzt sich aber nur in Deutschland konsequent durch. Akademien und Unternehmen sind in anderen Ländern weniger eng verknüpft, und es fehlen in den meisten Ländern entsprechende Ausbildungssysteme“, berichtete Dr. Alexander Bode, der an der TU Darmstadt die Begleitforschung zur Landeskampagne Duales Studium Hessen betreute. Das duale Studium in Deutschland, so sein Fazit, hat somit europaweit ein Alleinstellungsmerkmal. (Zur vollständigen Studie)

Bestätigen konnte diese Feststellung Belinda Hödl von der Wirtschaftskammer Österreich. Sie beleuchtete für die Kongressteilnehmer die Situation im Nachbarland und stellte fest: „In Österreich bewegt sich der Bildungssektor nur langsam.“ Darin lägen letztlich die Hürden für das System des dualen Studiums. Das österreichische Modell sei durch eine Form der „Berufsakademien“ geprägt, die nicht mit den deutschen Namensvettern vergleichbar sei. Zugangsvoraussetzungen sind in Österreich eine abgeschlossene Berufsausbildung und facheinschlägige mehrjährige Berufspraxis, aber keine allgemeine Hochschulreife. Das Konzept der „Berufsakademie“ zur Weiterqualifikation sei daher auch nicht im engeren Sinne dual, sondern berufsbegleitend angelegt und ein Ausbildungsvertrag oder Vertrag mit Hochschule nicht vorgesehen.

Und in Deutschland? Was macht das duale Studium hierzulande erfolgreich? Aus praktischer Erfahrung berichteten Tobias Binder (IHK Kassel-Marburg) und Nadine Hammer (Institut Ingenium): So ist es in Bad Hersfeld durch eine regionale Netzwerkinitiative mehrerer Unternehmen und Partner gelungen, einen Studienstandort zu etablieren und den dualen Studiengang Maschinenbau einzuführen. Inzwischen zählt Bad Hersfeld über 100 dual Studierende in über 30 Unternehmen – ein wichtiger Faktor für die Fachkräftesicherung der Region. Der Schlüssel zum Erfolg seien dabei, so Tobias Binder, engagierte Unternehmer. „Wer alle Chancen und Vorteile des dualen Studiums für sich erkannt habe, legt den Grundstein für eine gute Zusammenarbeit.“ Der Einsatz im dualen Studium zahle sich gerade für kleinere Unternehmen aus, betonte auch die Projektmanagerin des Instituts Ingenium, Nadine Hammer, aus Kassel. Denn der eigentlich Erfolg zeige sich langfristig: Wenn aus dual Studierenden von heute bestausgebildete Führungskräfte von morgen werden.