Mit Flexibilität durch die Krise: StudiumPlus gewährleistet geregelten Studienbetrieb

Am Campus Wetzlar sowie an den Außenstellen von StudiumPlus in Bad Hersfeld, Bad Vilbel, Bad Wildungen, Biedenkopf, Frankenberg und Limburg absolvieren normalerweise ca. 1.600 junge Leute ihr duales Studium. Obwohl die Seminarräume und Flure momentan leer sind, läuft bei StudiumPlus der Lehrbetrieb weiter – zunächst in digitaler Form.

Wo normalerweise reges Treiben herrscht, ist es jetzt still: Die Gänge und Vorlesungsräume in den Gebäuden von StudiumPlus sind menschenleer, am Hauptstandort auf der Wetzlarer Spilburg ebenso wie an den sechs Außenstellen. Doch der Studienbetrieb läuft – und es kommt StudiumPlus zugute, dass das Thema Digitalisierung schon seit längerer Zeit eine große Rolle in allen Studiengängen und im Selbstverständnis des dualen Studienprogramms von Technischer Hochschule Mittelhessen (THM) und CompetenceCenter duale Hochschulstudien – StudiumPlus e. V. (CCD) spielt.

„Die Corona-Pandemie ist eine große Herausforderung für uns, die wir aber gut meistern können“, sagt der Leitende Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums Duales Hochschulstudium (ZDH), Prof. Dr. Harald Danne. “Wir profitieren davon, dass wir im Bereich Digitalisierung sehr aktiv sind und konnten so den Studienbetrieb optimal weiterführen. Auch Veränderungen, die von der jeweiligen Situation der Partnerunternehmen abhängig sind, werden individuell gelöst, weiß Norbert Müller, Vorstandsvorsitzender des CCD, in dem die über 900 Partnerunternehmen zusammengeschlossen sind. Kein Studierender müsse befürchten, sein Studium oder seine Praxisphasen nicht abschließen zu können, betonen beide.

Man habe sich früh entschlossen, sämtliche Vorlesungen digital abzuhalten, berichtet CCD-Geschäftsführer Christian Schreier. Digitale Vorlesungen habe StudiumPlus schon im Vorfeld erfolgreich getestet, um Module an allen Außenstellen anbieten zu können, so dass man nun auf die dabei gemachten Erfahrungen zurückgreifen könne. Über ein Online-Videokonferenzsystem gebe es täglich etwa 120 Meetings mit jeweils 20 bis 30 Teilnehmern. Die bei StudiumPlus üblichen kleinen Gruppengrößen ermöglichen es, dass auch digital ein enger Austausch möglich ist.

Die Teilnehmer sehen sich, es gibt virtuelle Gruppenarbeitsräume, man kann chatten und Bildinhalte teilen. Und auch die Anwesenheit wird kontrolliert, ganz wie im normalen Studienbetrieb. 326 Dozenten betreuen im Sommersemester die derzeit über 1.600 Studierenden ebenso persönlich wie zuvor, nichts muss ausfallen. Lediglich Laborübungen sind derzeit wie an der gesamten THM nicht möglich.

Das Feedback der Studierenden ist positiv: Klappt super mit der Online-Vorlesung!“, lauteten viele Rückmeldungen, berichtet Müller. Auch die Betreuung der Studierenden in den Praxisphasen läuft weiter, mit vielen kreativen Lösungen. „Der größere Teil unserer Mitgliedsunternehmen ist von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie massiv tangiert“, sagt der CCD-Vorsitzende. Deutlich zeige sich dies in Beschäftigungsmodellen wie Kurzarbeit, Homeoffice oder Videokonferenzen. Wenn Unternehmen vorübergehend geschlossen seien oder die Belegschaft sich in Kurzarbeit befände, werde gemeinsam nach Lösungen gesucht.

„Dabei steht Flexibilität im Vordergrund“, sagt Prof. Dr. Jens Minnert, bei StudiumPlus zuständig für Praxis- und Projektphasen. An den Zeiten, in denen die Studierenden in den Unternehmen sind, ändere sich nichts, die Abläufe im Unternehmen seien aber teilweise andere. So würden manche Projektarbeiten der Studierenden wegen der Krise verschoben, teilweise bekämen sie neue Themen gestellt, die erst durch die Krise relevant geworden sind und könnten ihre Unternehmen so gut unterstützen. Darüber hinaus stünden die jeweiligen Betreuer von Seiten der Hochschule in sehr engem Kontakt zu den Studierenden – natürlich digital. „Der enge Kontakt zu den Unternehmen ist uns sehr wichtig“, betont Minnert – schon immer und jetzt ganz besonders. In den Unternehmen würden derzeit viele Prozesse umgestaltet, StudiumPlus sei ganz nah dran, um dabei unterstützen zu können.

Auch die Unternehmensbesuche der Hochschulbetreuer finden statt – nur anders. „Die Studierenden werden sehr kreativ, machen veranstalten beispielsweise Führungen mit dem Laptop“, erzählt Minnert. Prof. Dr. Werner Bonath, Studiengangsleiter Ingenieurwesen, erzählt begeistert von einem solchen digitalen Unternehmensbesuch: „Der Studierende hat eine kleine Motorregelung für das Unternehmen programmiert und hat seinen kompletten Versuchstand im Labor für mich aufgebaut.“ Mit der Kamera seines Laptops habe er alles vorgeführt – „mit Ausnahme des Kaffees, den ich sonst im Unternehmen bekomme, war es, als wäre ich vor Ort gewesen.“

„Es ist gewährleistet, dass jeder Studierende die notwendigen Leistungen erbringen kann“, sagt Minnert. Teilweise seien Abgabefristen verlängert worden – „wir tun alles, um den Studierenden Druck zu nehmen. Sämtliche Fragen rund um den Studienbetrieb und die Praxisphasen werden auf der Homepage mit ständig aktualisierten FAQs beantwortet.

Danne und Müller bedanken sich bei allen Mitarbeitern, den Studierenden und den Partnerunternehmen für die schnelle und professionelle Umsetzung aller Maßnahmen, die gute Kommunikation und die rasche Information. Alle Beteiligten sind sich einig: Auch wenn unter den aktuellen Voraussetzungen alles gut klappt, ist StudiumPlus eine Präsenzhochschule. „Gerade im dualen Studium sind persönlicher Austausch und Kontakt, wissenschaftlicher Diskurs und intensive Gruppenarbeit wichtig“, betont Danne. Sobald es möglich ist, soll das Studium wieder vor Ort in Wetzlar und an den Außenstellen stattfinden, die Umstellung sei jederzeit möglich.

Weitere Informationen:
Janika Wiesner
Telefon: 06441-2041-208
E-Mail: wiesner@studiumplus.de