FAQ

Was ist ein duales Studium?

Heute im Hörsaal, morgen im Betrieb: Dual Studierende verbinden im Studium wissenschaftliche Theorie mit beruflicher Praxis. Eine Hochschule oder Berufsakademie sowie ein Unternehmen sind gemeinsam für die kompakte Ausbildung zuständig.

Welche dualen Studiengänge gibt es?

Das duale Studium wird immer beliebter. Darum nimmt das Angebot dualer Studiengänge an Hochschulen und Berufsakademien von Jahr zu Jahr weiter zu. Angewandte Wissenschaften werden bei den dualen Studiengängen groß geschrieben. In den Fachrichtungen Wirtschaft, Technik, Informatik, Soziales und Gesundheit wächst die Zahl dualer Studiengänge stetig: Einen Überblick über alle Studienangebote in Hessen bietet die Datenbank der Studiengänge.

Wie lange dauert ein duales Studium?

Ein duales Studium wird in der Regel nach 6 oder 7, selten nach 8 Semestern mit dem Bachelor abgeschlossen. Genauso lang wie ein klassisches Universitätsstudium und deutlich kürzer als die Addition von Berufsausbildung und Studium.

Was ist ein Bachelor-Abschluss?

Der Bachelor ist der erste akademische Grad, der von Hochschulen und Universitäten nach sechs Semestern Regelstudienzeit und bestandener Prüfung verliehen wird. An Berufsakademien wird die Abschlussbezeichnung Bachelor verliehen, die hochschulrechtlich Bachelorabschlüssen von Hochschulen gleichgestellt ist. Mit dem Bachelor-Abschluss können Absolventinnen und Absolventen direkt in den Beruf einsteigen. Und wer seine Ausbildung akademisch vertiefen möchte, kann sich im Anschluss für ein Masterstudium bewerben.

Wer kann sich für ein duales Studium immatrikulieren?

Voraussetzung für ein duales Studium ist das Abitur oder die Fachhochschulreife. Bevor sich (Fach-)Abiturientinnen und Abiturienten an einer Hochschule oder Berufsakademie einschreiben können, müssen sie sich bei einem Unternehmen bewerben und den Abschluss eines Ausbildungs- oder Studienvertrags vorweisen. Auch für beruflich Qualifizierte ohne reguläre Studienzugangsberechtigung kann unter bestimmten Voraussetzungen ein duales Studium möglich sein. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Kann man auch ohne (Fach-)Abitur ein duales Studium beginnen?

Ja! Auch für beruflich Qualifizierte, die weder über das Abitur noch über die Fachhochschulreife verfügen, besteht die Möglichkeit, zum Studium zugelassen zu werden. Die Hochschulzugangsberechtigung erlangt man z. B. auch durch einen Meisterbrief. Auch Personen mit Berufsausbildung und anschließender mindestens dreijähriger Berufserfahrung und einer erfolgreiche bestandenen Hochschulzugangsprüfung können eine fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung erlangen.

Im neuen Modellversuch an den staatlichen Hochschulen Hessens können jetzt Personen mit mittlerem Bildungsabschluss und qualifiziertem Abschluss einer mindestens dreijährigen anerkannten Berufsausbildung (Abschlussnote 2,5 und besser) erstmals ohne Berufspraxis einen prüfungsfreien Hochschulzugang zu allen gestuften Studiengängen (Bachelor- und Masterstudiengänge) erhalten.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Was sind die wichtigsten Vorteile beim dualen Studium?

Bei ausbildungsintegrierten dualen Studiengängen ist die Gesamtdauer kürzer als bei der Addition von Ausbildungs- und Studienzeiten.

Sehr gute Studienbedingungen:

  • Lernen in kleinen Gruppen
  • Enger Kontakt zu Lehrenden
  • Theoretisches Wissen wird gleich in der Praxis erprobt
  • Ausbildungsvergütung/Gehalt

Gute Arbeitsmarkt- und Karrierechancen:

  • Praxisnahe Ausbildung
  • Kein "Praxisschock" beim Einstieg ins Berufsleben
  • Sehr gute Übernahmechancen und Berufsaussichten

Wann beginnt ein duales Studium?

Das Studium beginnt in der Regel zum Wintersemester im Oktober.

Wann und wie sollte man sich bewerben?

Die Bewerbungsrunden beginnen in der Regel ein Jahr im Voraus, man sollte sich also bereits im Sommer für Stellen im darauffolgenden Jahr bewerben. Der erste Schritt in das duale Studium ist die Bewerbung im Unternehmen.

Wie finde ich ein Partnerunternehmen der Hochschule bzw. Berufsakademie?

Ausgeschrieben werden freie Plätze für das duale Studium über Stellenbörsen im Internet oder auf den Webseiten der Unternehmen. Auch die Hochschulen und Berufsakademien können Anlaufstelle sein: Sie bieten auf ihren Internetseiten freie Studienplätze oder die Kontaktdaten ihrer Kooperationspartner an.

Bei der Stellensuche lohnt sich aber auch Eigeninitiative:

Gehen Sie aktiv auf Unternehmen zu. Viele kleinere Betriebe kennen das duale Studiensystem noch nicht. Sie kommen vielleicht durch Sie erst auf die Idee, die Vorteile eines dualen Studiums durch eine Kooperation mit einer Berufsakademie oder Hochschule für sich zu nutzen. Denn grundsätzlich kann jedes Unternehmen den zu einem dualen Studium nötigen Arbeits- oder Ausbildungsplatz anbieten.

Zusätzlich bietet das Web-Portal Duales Studium Hessen Informationen zu den Studienmöglichkeiten und Links zu den einzelnen Hochschulen und Berufsakademien.

Sind alle formalen Voraussetzungen erfüllt und der Ausbildungsvertrag bzw. Studienvertrag mit dem Unternehmen unterschrieben, folgt im nächsten Schritt die Bewerbung bei der Hochschule oder Berufsakademie. In einigen Fällen erfolgt die Bewerbung direkt an der Hochschule bzw. Berufsakademie, die ein Partnerunternehmen vermittelt.

Erhalten Studierende eines dualen Studiums eine monatliche Vergütung?

Duale Studentinnen und Studenten bekommen in der Regel vom Unternehmen von Anfang an eine (Ausbildungs-)Vergütung – auch in den Studienphasen. Wenn sie nach dem Studienabschluss vom Unternehmen übernommen werden, können sie mit einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt von rund 35.000 Euro rechnen.

Es heißt, ein duales Studium sei eine wesentlich höhere Belastung als ein „normales“ Studium, Semesterferien gibt es nicht und Freizeit habe man so gut wie keine, stimmt das?

Tatsache ist: In den Semesterferien arbeitet man im Unternehmen. Die Praxisphasen wie auch die Theoriephasen erfordern viel Lernarbeit. Ein duales Studium ist eine hohe Belastung. Auch deshalb erhält man ein Gehalt und hat regulären Urlaubsanspruch.

Tatsache ist aber auch: Um während eines „normalen“ Studiums über Geld zu verfügen, muss man ebenfalls arbeiten, aber selten mit direktem Bezug zu Studieninhalten. Man muss ebenfalls viel Eigeninitiative aufbringen, um Gelerntes zu vertiefen.
Im „normalen“ Studium bedeutet „Semesterferien“ für die Prüfungsphase lernen oder Studienarbeiten schreiben. Auch ein „normales“ Studium ist eine hohe Belastung, man erhält aber kein Gehalt und auch keinen Urlaub.

Daher nehmen dual Studierende die höhere Arbeitsbelastung angesichts der finanziellen Absicherung im Studium und guter Karrierechancen auch gerne in Kauf.

Wie viel Urlaub gibt es im dualen Studium?

Studentinnen und Studenten haben einen Urlaubsanspruch, der sich je nach Unternehmen und Branche nach bestimmten gesetzlichen, betrieblichen oder tariflichen Regelungen richtet.

Fallen für Studierende zusätzliche Gebühren im dualen Studium an?

Studienbeträge variieren je nach Studiengang und Studieneinrichtung. Meist übernehmen die Unternehmen die Kosten.

Gibt es weitere Zuschüsse zum Studium?

Manche Unternehmen gewähren Zuschüsse, z. B. für Fachbücher oder Fahrtkosten, wenn der Studienort weit entfernt vom Arbeitsort liegt. Eine Berechtigung zum BAföG-Bezug besteht in der Regel für dual Studierende nicht, da das Unternehmen eine Vergütung bezahlt. Für alle Studierenden bis 25 Jahre besteht Anspruch auf Kindergeld.