Kriterienkatalog - Feste Anforderungen schaffen Transparenz

Gemeinsame Erklärung mit verbindlichen Qualitätskriterien für die Dachmarke

In Hessen gibt es bereits seit rund fünfzehn Jahren duale Studiengänge. Sie werden sowohl von staatlichen als auch von privaten Institutionen angeboten. Der Ruf nach einer gemeinsamen Linie lag also nahe. Um Transparenz in die breite Palette an Angeboten zu bringen und den Ausbau dieser Studienform zu fördern, initiierten das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst 2008 die Kampagne „Duales Studium Hessen“.

Die Dachmarke steht somit nicht nur für eine Studienform sondern für einen gemeinsamen Qualitätsstandard und feste Anforderungen. Beispielsweise sind der Wechsel zwischen Studien- und Praxisphasen und die Inhalte der Praxisphasen in Grundzügen in einem Vertrag zwischen Hochschule und Bildungsanbieter festzuhalten. Zudem muss der Praxisanteil mindestens 30 Prozent der gesamten Ausbildungs- und Studiendauer ausmachen. Grundlage ist ein Kriterienkatalog, den eine Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern von Hochschulen, Berufsakademien, Wirtschaftsverbänden sowie von Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium 2010 formuliert hat. Die entsprechende Deklaration wurde von den Partnern am 21. September 2010 im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterschrieben. 2015 haben die Partner die Kriterien in einer erneuten Erklärung bestätigt.

Die formulierten Qualitätsstandards geben der Marke "Duales Studium Hessen" ein eindeutiges Profil. Seither ist die Anzahl dual Studierender auf rund 5.000 gestiegen.

Memorandum of Understanding

Memorandum of Understanding

Eine starke Marke stellt sich für die Zukunft auf

Mit einer Absichtserklärung zwischen dem Wirtschafts, dem Wissenschafts- und dem Kultusministerium sowie der Arbeitsgemeinschaft der hessischen IHKs (ARGE) sind im August 2013 die Weichen gestellt worden, um die Erfolge der 2008 gestarteten hessenweiten Kampagne Duales Studium Hessen regional zu verstetigen. 

Bis 2020, so das Ziel, soll sich die Zahl der dual Studierenden in Hessen auf rund 8.000 verdoppeln. 
Ein Kernpunkt der Absichtserklärung, die die drei an der Kampagne beteiligten Ministerien und die ARGE IHK am 27.08.2013 unterzeichnet haben, ist die Schaffung regionaler Informations- und Beratungsangebote.

  • Mit neu eingerichteten Informationsbüros bieten die zehn hessischen IHKs für Unternehmen und Studieninteressierte eine anbieterneutrale und unabhängige Verweisberatung zum dualen Studium an. Die regionale Verankerung in den Informationsbüros der IHKs soll dazu beitragen, die Transparenz entsprechender Studienangebote für Praxispartner wie Studieninteressierte weiter zu steigern und Angebot und Nachfrage im dualen Studium noch besser zusammenzuführen.
     
  • Unternehmen, die den Einstieg ins duale Studium planen, können sich unter anderem zu den Anforderungen der organisatorischen Durchführung des betrieblichen Teils eines dualen Studiums beraten lassen. 
     
  • Auch die Entwicklung neuer, bedarfsgerechter dualer Studiengänge wollen die Industrie- und Handelskammern verstärkt unterstützen:„Die Kenntnis regionaler Besonderheiten und der Kontakt zu den Unternehmen vor Ort bietet wertvolle Ansatzpunkte, um den Bedarf für die Weiterentwicklung dualer Angebote in den einzelnen Regionen zu erheben und konkrete Kooperationen zwischen Unternehmen und Bildungsanbietern zu vermitteln“, erläuterte Prof. Dr. Mathias Müller, Vorsitzender der ARGE die künftige Zielsetzung.