Erfahrungsberichte

Mit einem dualen Studium hast du nach drei Jahren viel praktische Erfahrung und einen akademischen Titel in der Tasche. Aber wie sieht der Arbeitsalltag konkret aus und erfüllen sich die hohen Erwartungen?

Hier berichten Studentinnen und Studenten über ihre Erfahrungen im Dualen Studium Hessen.

„Brotlose Kunst? Von wegen!“

„Kreativ war ich schon immer.“ Als Erklärung, warum Maria Brasch Designmanagement studiert, würde dies eigentlich schon genügen. Und auch wieder nicht. Warum Designmanagement? Warum nicht Bildende Kunst, Produktdesign oder Kommunikation? Wer es genau wissen will, merkt schnell: Sie hat auf einem Umweg den kürzesten Weg gefunden. Denn eigentlich war alles anders geplant. Und dann hat es doch gepasst. 

Der Reihe nach ...

Maria Brasch ist eine von neun dual Studierenden, die als erster Jahrgang an der 2012 gegründeten Brüder-Grimm-Berufsakademie in Hanau dual Designmanagement studiert. Dass es ein so genannter „Kreativberuf“ sein würde, lag früh nahe. Davon zeugte beispielsweise früh und sehr plastisch ihr Fahrrad. Das ist nach einem Lackierexperiment vor einigen Jahren im besten Sinne Aufsehen erregend: Gold – vom Lenker bis zur Speiche. Heute blättere der Lack zwar an einigen Stellen schon ab, wie sie gesteht, doch während das Farbspiel am Rad nur bedingt beständig war, ist das Interesse an Alltagsgegenständen geblieben: „Ich wollte nie etwas machen, das im Museum oder der Vitrine landet, sondern etwas, das auch in Gebrauch ist.“

Dinge gestalten

Als in Hanau schließlich der Studiengang Designmanagement entsteht, trifft das neue Fach bei ihr ins Schwarze: Kreatives Denken und Gestalten auch unternehmerisch zu managen, das passt. Ein Gedanke allerdings, der seine Zeit gebraucht hat, wie Maria Brasch gerne zugibt. Dass sie sich als Jugendwart im Sportverein engagierte und während der Ausbildung zur Schulsprechervertretung gewählt wurde, dass sie als zuverlässig gilt und oft ihr Organisationstalent unter Beweis stellt, schien ihr selbst direkt nach dem Abitur noch unwichtig für ihre Berufswahl. Bis die Frage auftauchte: „Warum bringe ich diese Stärken nicht auch in meinem zukünftigen Beruf ein?“ Ihre berufliche Ausbildung an der Zeichenakademie bricht sie deshalb kurzerhand ab. Und steigt mit dem dualen Studium, das das Designmanagement unter anderem mit einer Ausbildung als Metallbildner kombiniert, wieder neu ein. 


Leidenschaft im Blick

„Das war die richtige Wahl“, ist sich die 22jährige inzwischen sicher. „Ich wollte von Anfang an noch studieren. Meine Ausbildung sollte eine Grundlage im handwerklich-gestalterischen Bereich schaffen. Mit dem dualen Studium kann ich beides in kürzerer Zeit machen. Jetzt passt es perfekt.“ Dass das duale Studium weitaus fordernder ist als nur die Ausbildung, war ihr von Anfang an klar. Und doch, wie hoch das Lerntempo ist und wie sehr die Studierenden bereits im ersten Semester gefordert werden, das fällt ihr nun im direkten Vergleich erst auf. Bohren, sägen, aber auch der Umgang mit CAD-Programmen am Computer gehört zum Basiswissen, das die Studierenden gleich zu Beginn in den Werkstätten der staatlichen Zeichenakademie lernen. Dort findet die praktisch-betriebliche Ausbildung statt – es sei denn, ein Studierender hat einen Ausbildungsplatz in einem Unternehmen. Rund drei Monate dauert eine Praxisphase, darauf folgt ein dreimonatiger Theorieblock. „Da in meinem Fall alles im selben Haus ist, kann man aber auch in den Theoriephasen in die Werkstatt und die Dozenten sind ganz unabhängig von der Studienphase ansprechbar. Ein echter Vorteil.“, findet die Studentin. Entspannt zurücklehnen, diese Erfahrung teilt sie mit den meisten dual Studierenden, kann man sich aber auch an der BGBA in Hanau nicht. Denn auch in den Theoriephasen geht es zur Sache: Ein komplettes Markendesign zu erstellen und dann in der Konzeptpräsentation auch überzeugend zu verkaufen, gehörte beispielsweise bereits im ersten Semester zu den Projektaufgaben. 

Beruf und Berufung

Vom Studium gezeichnet, Burnout in Aussicht? Da muss Maria Brasch dann doch grinsen. Alles halb so wild, findet sie. Denn dahinter steht nicht nur bei ihr, sondern auch bei ihren Kommilitonen ein starker Antrieb: Leidenschaft und Begeisterung. Die ist ansteckend – und verändert sogar den Blick für das Alltägliche, wie sie erzählt: "Das sind konkrete Aufgaben, die einen nicht mehr loslassen, bei denen man nach Meinungen fragt und Inspirationen sucht und selbst dann noch weiter darüber nachdenkt, wenn die Hausarbeit schon längst abgegeben ist. Aber auch wenn man durch die Stadt läuft, sich Häuserfassaden anschaut oder auch nur durch den Baumarkt um die Ecke geht, bleibt man überall gedanklich an Formen, Funktionen, und Design hängen. Man beschäftigt sich letztlich den ganzen Tag und manchmal auch bis in die Nacht mit aktuellen Themen aus dem Studium. Das Studium wird, wenn man es richtig macht, zur Lebenseinstellung.“ 
Wie es für sie nach dem Studium weitergeht, weiß Maria Brasch noch nicht. Dafür bleibt zum Glück noch ausreichend Zeit. Festgelegt auf eine bestimmte Branche ist sie nach ihrem Studium jedenfalls nicht – und das ist auch gut so, findet sie. Mit dem doppelten Abschluss aus Gesellenbrief und Bachelor, dem entsprechenden Fachwissen und viel Begeisterung für Neues sei sie in jedem Fall gut ausgerüstet für den späteren Job. Als Designberater, für Filmproduktionen oder in der Werbung zu arbeiten, interessant sind für die angehende Designmanagerin viele Optionen. Und welches sind wohl ihre persönlichen Lieblingsobjekte, die sie gerne einmal gestalten würde? Lange überlegen muss sie nicht: Ein Magazin für Outdoorsport- und Mode zum Beispiel, erzählt sie. Oder ein Snowboard. Und natürlich ein Fahrrad. Diesmal aber richtig – professionell.

Bei der SCHUFA arbeiten doch nur Spießer ...

Lea Blang studiert Business Administration dual. Sie berichtet für uns, wie der duale Arbeitsalltag bei der SCHUFA Holding AG aussieht: 

„Nach meinem Fachabitur 2012 habe ich bei der SCHUFA Holding AG ein duales Studium im Bereich Business Administration begonnen. Parallel dazu werde ich 2014 die Ausbildung zur Bürokauffrau absolvieren.

Bereits der Slogan „Bei der SCHUFA arbeiten doch nur Spießer“ hat mein Interesse geweckt. Dies ist ein Irrtum, schließlich konnte ich mich im Vorstellungsgespräch von dem Gegenteil überzeugen. Auch während meiner Praxisphase, die alle drei Monate blockweise stattfindet, stelle ich immer wieder fest, dass die Kollegen sehr offen und hilfsbereit sind. Außerdem herrscht im Unternehmen eine flache Hierarchie, bereits an meinem ersten Arbeitstag lernte ich den Vorstandsvorsitzenden persönlich kennen.

Während der Praxisphase bekomme ich interessante Einblicke in die Tätigkeiten der einzelnen Bereiche und übernehme eigene Aufgaben. Zum Beispiel in der Abteilungen Produktmanagement: Hier habe ich Präsentationen und Produktinformationsbroschüren überarbeitet. In der Personalabteilung war ich für die Bewerberdatenbank sowie für die Erstellung des Mitarbeiterleitfadens zuständig. Ein besonderes Ereignisse war es, bei Telefoninterviews, im Vorstellungsgespräch und auf Personalmessen dabei gewesen zu sein.  

Ich wusste zunächst gar nicht, dass die SCHUFA es den Auszubildenden ermöglicht, die einzelnen Standorte kennenzulernen. Während des ersten Ausbildungsjahrs hatte ich die Möglichkeit, mit weiteren Auszubildenden,  die Standorte kennenzulernen. Bevor es überhaupt losging, mussten wir selbständig die Flüge sowie die Hotels buchen. Während des Aufenthalts in den verschiedenen Standorten lernt man immer mehr über die SCHUFA. So haben wir mitbekommen, wie die Meldungen sowie die Anfragen verarbeitet werden. Wir selbst haben allerdings keinen Zugriff auf die SCHUFA-Datenbank. Durch diesen interessanten Einblick kann man sich erst richtig vorstellen, was für eine große Rolle die SCHUFA spielt. Sobald man ein Girokonto eröffnen möchte oder ein Handyvertrag abschließen möchte, wird eine Anfrage bei der SCHUFA gestellt, ob man überhaupt zahlungsfähig ist. Die SCHUFA speichert mehr als 91% Positiv-Daten, was mich selbst am Anfang sehr überrascht hat.

Durch die vielfältigen Tätigkeiten wird es bei der SCHUFA nie langweilig. In der Praxisphase lernt man verschiedene Bereiche kennen und steht immer vor neuen Herausforderungen, was die Arbeit sehr interessant und spannend macht. Trotz des Stresses, den man bei einem dualen Studium hat, macht es total viel Spaß das Erlernte direkt in der Praxis umzusetzen. Die Prüfungen werden immer im Anschluss von einem Semester geschrieben. Durch die Lernfortschrittskontrolle, die während der Praxisphase absolviert werden muss, wird das Erlernte nochmal aufgefrischt.  Mit der Zeit lernt man, wie man sich am besten die Zeit einteilt. Ich bin sehr froh, diesen Weg gewählt zu haben, da ich somit zwei Abschlüsse innerhalb von drei Jahren absolvieren werde und schon erste Berufserfahrung sammeln kann." 

„Ein klares Ziel vor Augen. Das motiviert.“

Die Ausbildung zur Industriekauffrau erfolgreich abgeschlossen, den Bachelor of Business Administration in der Tasche: 2011 hat Jacqueline Fabig ihr duales Studium an der Hessischen Berufsakademie beendet und als Kommunikatorin im Mercedes-Benz Werk Kassel ein vielseitiges Aufgabenspektrum übernommen.

Heute gehören neben der Verwaltung des Werksintranets auch die Veranstaltungsorganisation, Fachpressearbeit und die Koordination eines Gesundheitsprojekts zu ihren Tätigkeitsbereichen – frei nach dem Motto: Man wächst mit seinen Aufgaben. Im Interview blickt die 25jährige auf ihre Studienzeit zurück und berichtet von ihrem Berufseinstieg.

Was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie an ihren Studienbeginn zurückdenken?

Das erste Semester ist sicher für jeden Studenten eine besondere Erfahrung, an die man auch gerne zurückdenkt, weil plötzlich alles sehr ‘neu’ und aufregend war. Man lernt viele neue Leute kennen, man muss sich an die neuen Abläufe gewöhnen und kommt in die ersten Fachbereiche im Betrieb.


Ausbildung und Studium parallel, der Doppelabschluss in drei Jahren: Wie sieht in dieser Zeit der duale „Studien- und Berufsalltagalltag“ aus?

Mit dem Studienbeginn wird der Tag plötzlich länger und gefühlt gleichzeitig kürzer, da man ständig beschäftigt ist. In meinem Fall heißt das, dass ich meistens bis 17.30 Uhr im Betrieb war und dort entweder bereits eigenständig kleinere Projekte bearbeitet oder meine Ausbildungsbetreuer in ihren Aufgaben unterstützt habe. Danach ging es von 18.00 Uhr bis 21.00 Uhr an die Berufsakademie. Und in Klausurphasen konnte es dann durchaus vorkommen, dass sich der Feierabend weiter nach hinten verschoben hat und auch nach 21.00 Uhr noch gelernt wurde.


Ein duales Studium erfordert eine hohe Leistungsbereitschaft. Wird Freizeit da zum Fremdwort?

Es stimmt, das duale Studium ist sehr arbeitsintensiv und erfordert auch eine hohe Leistungsbereitschaft, weil es letztlich in der Kombination von Arbeit, Vorlesungen, Berufsschule und Lernen einen Großteil der zur Verfügung stehenden Zeit einnimmt. Wenn man sich daran gewöhnt hat, lernt man aber seine Zeit einzuteilen und kann sich so auch einige Freiräume schaffen.


Wie gelang der Berufseinstieg? Wie groß war die Umstellung auf den klassischen Berufsalltag – ungewohnt oder doch schon Normalität?

Eigentlich ist man durch das Studium schon sehr gut vorbereitet. Die Bachelorarbeit wird oft in dem Fachbereich geschrieben, in welchen man übernommen wird. Das war auch bei mir der Fall. Somit ist man nach dem Studium mit dem Aufgabengebiet schon vertraut und kann voll einsteigen. Dieses ‘Angekommensein’ ist dann ein gutes Gefühl. Auch zeitlich war es keine Umstellung, als dual Studierende muss man sich eher an die gewonnene Freizeit an den Abenden gewöhnen.


Ihr Fazit zum dualen Studium? 

Ich würde mich immer wieder für diesen Weg entscheiden, weil man die innerbetrieblichen Abläufe kennenlernt und diese im Studium sowie beim Berufseinstieg verwenden kann. Außerdem lernt man, strukturiert zu arbeiten und sich so schnell in neue Themengebiete oder Aufgaben einzuarbeiten.


Welchen Tipp geben Sie Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg, die ein duales Studium in Betracht ziehen?

Geht mit viel Engagement und Ehrgeiz in das Studium und seid bereit auch einige Dinge zurückzustellen. Es wird manchmal Momente geben, in denen man fast verzweifelt. Letztendlich aber wird man für die Arbeit belohnt und die drei Jahre gehen wirklich schnell vorüber und machen insgesamt auch viel Spaß.

Teamfähigkeit ist ungemein wichtig!

Angehende Dipl.-Ingenieure der Material- und Fertigungstechnologie berichten über ihre Erfahrungen an der Heraeus Holding GmbH.

Über den Beruf

Susanne: Bei unserer Ausbildung handelt es sich um ein sogenanntes „IS + A“ – Modell, d. h. ein integriertes Studium + Ausbildung. Der Duale Studiengang startet mit einer Ausbildung zum Industriemechaniker, die zweieinhalb Jahre dauert und dann mit einer IHK-Prüfung endet.

Patrick: Parallel dazu läuft das Studium an der FH Gießen-Friedberg, so dass unsere Ausbildung insgesamt 4,3 Jahre dauert. Heraeus stellt jedes Jahr über 90 Auszubildende in verschiedenen Ausbildungsberufen ein. Davon sind rund 15 Auszubildende in einem dualen Studium beschäftigt.

Susanne: Nach Ausbildungsbeginn im September haben wir zunächst gemeinsam mit anderen Metall-Azubis in einer Projektarbeit einen Locher hergestellt, um so die verschiedenen Produktionstechniken wie z. B. das Drehen, Feilen und Fräsen kennen zu lernen.

Patrick: Wir wurden dann aus der Azubi-Gruppe genommen und haben unseren Schweißlehrgang vorgezogen, um das erste Semester an der FH Gießen-Friedberg absolvieren zu können.

Susanne: Wir durchlaufen bei Heraeus außerdem verschiedene Abteilungen in unseren Praxissemestern, um einen Einblick ins Unternehmen zu bekommen. Dazu gehören unter anderem das Materiallabor, sämtliche Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, der technische Vertrieb und die Fertigung.

 

Die Voraussetzungen

Patrick: Für unseren Beruf braucht man die Fachhochschulreife oder Allgemeine Hochschulreife. Sehr wichtig ist es, dass technisches Interesse vorhanden ist.

Susanne: Unabdingbar sind auch gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathematik, Physik und Chemie. Auch gute Englischkenntnisse sind wichtig.

Patrick: Da wir oft mit englischen Fachausdrücken in unserer Ausbildung konfrontiert werden, haben wir bei Heraeus Inhouse-Unterricht in technischem Englisch.

Unsere Ziele

Susanne: Ganz klar: Zunächst einmal will ich mein Studium mit einem sehr guten Abschluss beenden.

Patrick: Das Gleiche gilt auch für mich. Außerdem unterstützt uns Heraeus auch nach dem Studium, wenn wir eine Weiterbildung machen wollen. Das Motto hier lautet: „Lebenslanges Lernen“.

 

Alltagsbezug

Susanne: Während unserer Ausbildung arbeiten wir hauptsächlich im Team. Dies ist total wichtig, da man Probleme gemeinsam lösen kann und jeder von den Stärken des anderen profitiert. Da habe ich ungemein viel dazu gelernt. Eigenständiges Arbeiten und Präsentationen halten, gehören schon zum Standard. Das bringt auch für den Alltag sehr viel.

Patrick: Richtig: man wird einfach viel selbstbewusster und erfahrener. Zudem lernt man Verantwortung zu übernehmen. Und das kann ja im Privatleben nicht schaden, oder?

Duales Studium mit allen Sinnen

„Das duale Studium bei der Henkell Sektkellerei verlangt eine hohe Selbstdisziplin, Eigenverantwortung und Durchhaltevermögen. Dafür bietet es aber auch jede Menge Abwechslung, eigene Gestaltungsmöglichkeiten und hoch interessante Tätigkeitsfelder“, erklärt uns die 21-jährige dual Studierende Meike Lehmann und greift während des Gesprächs in die Schatztruhe an Erfahrungen, die sie in ihrer bisherigen dualen Studienzeit im Betrieb und an der Provadis Hochschule in Frankfurt Höchst gewonnen hat.

Sekt statt Selters - Die perfekte Lösung

Persönlich macht es der dualen Studentin Spaß, mit fassbaren Produkten, wie einer Flasche Sekt zu arbeiten, und vom Einkauf, über die Produktion bis zum Verkauf das Tagesgeschäft hautnah mitzuerleben. Die eigens hergestellten Produkte im Supermarkt in die Hand nehmen zu können, schafft eine fühlbare Identifikation mit dem Arbeitgeber. Der Weg zum Sekt lief über intensive Online-Recherche. Schnell war der damaligen Abiturientin klar, dass Sie ein betriebswirtschaftliches Studium aufnehmen wollte, einzig der Praxisanteil schien ihr im klassischen Hochschulstudium zu vage - auch die Finanzierung sollte gesichert sein. Das Angebot der Henkell Sektkellerei & Co. KG - Vergütung in Kombination mit Betriebserfahrung und Studium als Trainee klang verlockend und war für Meike Lehmann die perfekte Lösung.

Spannende Aufgaben und Projekte - und viel Eigenverantwortung

Nachdem sie die Hürde Assessment Center gemeistert hatte, rotierte Meike Lehmann durch die Abteilungen der Sektkellerei und lernte nicht nur alle Bereiche des Unternehmens kennen, sondern übernahm eigenverantwortlich viele spannende Aufgaben und Projekte. In der Personalabteilung drehte die duale Studentin den Spieß dann um: vor kurzem hatte sie sich dort noch beworben, nun unterstützte sie die Rekrutierung neuer Auszubildender sowie dual Studierender, wirkte an der Gestaltung eines Bewerberworkshops mit und bereitete Messen und Tagungen vor. Ein besonderes Highlight war, um beim Sekt zu bleiben, der jährlich stattfindende Sensoriktest, eine Verkostung an eigenen Sektproben sowie die Erprobung der Konkurrenzprodukte mit Hilfe aller menschlichen Sinne.

Das Studium in Theorie und Praxis - geht studieren über probieren?

Nicht nur “probieren” im wahrsten Sinne des Wortes, sondern auch studieren steht für Meike Lehmann auf der Tagesordnung: Durch kleine Studiengruppen besteht ein enger Austausch zwischen Dozenten und Studierenden. Das Studium läuft berufsbegleitend zur Ausbildung im Betrieb. Zweimal wöchentlich, immer donnerstags und samstags steht eine achtstündige Präsenz im Hörsaal auf dem Plan. Sich auch nach einem 10-stündigen Arbeitstag abends noch an den Schreibtisch zu setzen, um Hausarbeiten und Praxisberichte zu schreiben und für die nächste Klausur zu lernen, verlangt Selbstdisziplin. Man gewöhne sich jedoch mit der Zeit daran, Skripte zum Lernen mit auf die Arbeit zu nehmen, und diese in jeder freien Minute durchzuarbeiten, lässt die engagierte duale Studentin durchblicken. Sehr hilfreich seien in jeder Hinsicht, die Betreuer im Unternehmen sowie verständnisvolle Arbeitskollegen. Zudem unterstützten sich die dual Studierenden desselben Jahrgangs bei Verständnisfragen und bei der Aufarbeitung des Unterrichtsstoffes.

Prickelnde Berufsaussichten

Prickelnd sind nicht nur die Erzeugnisse ihres Unternehmens: prickelnd sind nach dem Abschluss ihres Bachelor of Science im Fach Business Administration mit dem Schwerpunkt Marketing und Innovationsmanagement auch die Berufsaussichten für Meike Lehmann. Die inhaltlichen Schwerpunkte des Studiengangs sind die technologischen und administrativen Themen moderner Industrieunternehmen – so bringt es eine Infobroschüre der Hochschule auf den Punkt. In jedem Fall ist die duale Studentin durch ihr duales Studium breit aufgestellt und hat den Einstieg in das Berufsleben bereits erfolgreich gemeistert.