Erfahrungsberichte

Mit einem dualen Studium hast du nach drei Jahren viel praktische Erfahrung und einen akademischen Titel in der Tasche. Aber wie sieht der Arbeitsalltag konkret aus und erfüllen sich die hohen Erwartungen?

Hier berichten Studentinnen und Studenten über ihre Erfahrungen im Dualen Studium Hessen.

Duales Studium Tourismusmanagement - Erfahrungsbericht einer Absolventin

Absolventin Michelle Esdorf berichtet

Meine Leidenschaft für die Tourismusbranche entwickelte sich schon während der Mittelstufe. Ich absolvierte mehrere Praktika in den Ferien, was mein Interesse nur bestätigte. Die Kombination aus internationalem Flair, die Fremdsprachen, andere Kulturen und Informationen über ferne Länder hatten es mir angetan. Ein Studium in Tourismusmanagement, über das ich mich auf verschiedenen Messen informierte, schien mir somit als logische Schlussfolgerung.

Die Möglichkeit dual zu studieren

Dadurch hörte ich das erste Mal von der Möglichkeit, dual zu studieren. Mir erschien dies gleich als Vorteil, da ich mir sicher war, dass ich mich somit bereits sicherer in der Arbeitswelt fühlen würde, sobald ich das Studium abgeschlossen hatte. Um das duale Studium absolvieren zu können, bewarb ich mich direkt während des Abiturs bei verschiedenen Firmen, die mit den Hochschulen kooperierten. Nach einem Tag im Assessmentcenter, das aus einer Gruppenübung, einem persönlichen Gespräch und einem kleinen Test bestand, kam die Zusage vom Unternehmen e-domizil. Das Unternehmen sitzt in Frankfurt und hat verschiedene Online-Reiseportale über die Kreuzfahrten, Ferienhäuser und Rundreisen vertrieben werden. Es handelt sich um ein sehr junges, dynamisches Unternehmen, das mit einer angenehmen, lockeren Arbeitsatmosphäre punktet.

Vor dem offiziellen Studienbeginn, hatten wir eine Praxisphase, um das Unternehmen kennenzulernen und man traf Mitbewerberinnen vom Assessmentcenter wieder. In meinem Jahrgang studierte ich mit zwei anderen Kommilitoninnen von e-domizil an der Frankfurt University of Applied Sciences. Unsere Theoriephasen verbrachten wir fortlaufend jeweils für drei Monate an der Hochschule und drei Monate im Unternehmen.

Die Theoriephasen waren anspruchsvoll, aber mit der notwendigen Motivation absolut "machbar". Man sollte sich allerdings im Klaren sein, dass es sich um einen Managementstudiengang handelt und man sich in der Hochschule deshalb auch mit Makroökonomie, Reiserecht, Buchhaltung und Controlling etc. auseinandersetzt und nicht ausschließlich mit Studienfächern wie Wirtschaftsenglisch, Spanisch und Cross Cultural Communication. Genau hier liegt aber auch ein Vorteil. Nach dem Studium kann man sich mit diesem Studiengang daher auch sehr gut auf andere Branchen bewerben, falls man während des Studiums auch andere Interessensgebiete bemerkt. Der Studienplan ist relativ stark vorgegeben. Semesterferien gibt es nicht und man muss mit den Urlaubstagen in den Praxisphasen planen. Dafür erhält man allerdings sowohl in den Theoriephasen als auch in den Praxisphasen ein verlässliches Gehalt.

Die Praxisphasen tragen ebenfalls dazu bei, dass man als Studentin breit aufgestellt ist. Ich konnte die verschiedenen Abteilungen, wie die Serviceabteilung, Marketing, Vertrieb und die IT-Abteilung kennenlernen. Während meines Studiums bemerkte ich daher mein besonderes Interesse für den Bereich Marketing, dem ich auch meine Bachelorarbeit widmete. Die Bachelorarbeit verfasste ich im Unternehmen und erhielt sowohl von der Leitung aus dem Bereich SEA (Search Engine Advertising) als auch von der Frankfurt University of Applied Sciences eine tolle Unterstützung.

Welche Möglichkeiten ergeben sich nach dem Studium?

Bei meinen Bewerbungen nach dem Studium wurde mir bewusst, dass das duale Studium für mich die richtige Entscheidung gewesen ist. Viele Unternehmen schätzten die Praxiserfahrung, die ich bereits mitbrachte. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, nach dem dualen Studium im Unternehmen eine verantwortungsvolle Position zu erlangen.

Die Möglichkeit, während des Studiums Auslandserfahrung zu sammeln, hängt vom Unternehmen ab und muss individuell besprochen werden. So entschied ich mich für ein Auslandspraktikum in Florida, ebenfalls im Bereich Marketing. Während des Praktikums wurde mir bewusst, dass ich mich gerne noch durch ein Masterstudium in diesem Bereich qualifizieren wollte. Ich bewarb mich im Ausland und erfuhr hier abermals eine sehr gute Unterstützung von der Studiengangsleitung und der Frankfurt University of Applied Sciences, da ich zusätzliche Unterlagen für die Bewerbungen benötigte. Somit absolvierte ich mein Masterstudium in Barcelona in Marketing & Communication. Die Bewerbungsphase nach dem Master in Deutschland zeigte auch nach relativ kurzer Zeit Erfolge, sodass ich nun nach meinem Master in einer Marketingabteilung tätig bin. Auch wenn das Unternehmen nicht im Tourismusbereich tätig ist, profitiere ich während meiner täglichen Arbeit von meiner Berufserfahrung aus dem dualen Studium und kann ein solches Studium nur weiterempfehlen.

Duales Studium bei der Merck KGaA

Laura Basset studiert angewandte Biowissenschaften

Als ich mich nach dem Abitur entscheiden musste, wie es weitergeht, kam für mich nur eine Ausbildung mit anschließendem berufsbegleitendem Studium oder ein duales Studium in Frage. Ich wollte finanziell unabhängig sein und mich nicht mit Nebenjobs gerade so über Wasser halten können. Bereits während des Studiums wollte ich in dem Beruf arbeiten, der mir so viel Spaß macht und mich erfüllt: Biologielaborantin. Außerdem bin ich ein motorischer Lerntyp. Wenn ich Dinge selbst anwenden kann, verstehe ich sie besser und kann sie immer wieder in meinem fotografischen Gedächtnis aufrufen.

Nachdem ich mich bei mehreren Pharmaunternehmen beworben und vorgestellt hatte, fiel meine Wahl auf Merck. Merck war damals die einzige Firma, die ein duales Studium im Fachbereich Biologie anbot. Ich bekam leider nicht direkt eine Zusage für das duale Studium, sondern musste mich erst 1,5 Jahre lang im Ausbildungslabor beweisen und mich sowohl durch gute theoretische Kenntnisse als auch durch gute praktische Arbeit gegen die anderen Azubis durchsetzen. Anschließend konnte ich mit dem dualen Studium bei Merck in Kooperation mit der Frankfurt University of Applied Sciences beginnen.

In den drei Jahren Studium war ich während der Vorlesungszeit meist zweimal pro Woche bei Merck. Hier konnte ich in Ausbildungseinsätzen von 3 bis 12 Monaten in verschiedenen Laboren Erfahrungen sammeln und teilweise sogar voll mitarbeiten. 3 Tage die Woche musste ich für Vorlesungen an der Frankfurt University of Applied Sciences präsent sein. Die Vorlesungen waren meist mit dem Vollzeit-Studiengang „Bioverfahrenstechnik“ verknüpft. Oft hatten wir aber auch Vorlesungen ganz für uns alleine – ein echtes Privileg.

Das Highlight des dualen Studiums ist meiner Meinung nach, dass man die Dinge, die man in der Theorie lernt, in der Praxis anwenden kann und sieht, wie und ob es wirklich funktioniert. Ebenso verstehe ich die Theorie oft besser, wenn ich verschiedene Prozesse schon einmal live gesehen habe, oder selbst durchgeführt habe.

Ein weiteres Highlight war mein Auslandseinsatz. Ich durfte für 3 Monate für Millipore Sigma, Merck, in den USA, arbeiten. Die Zeit in Amerika hat mir geholfen, mich persönlich weiterzuentwickeln, mein Englisch zu verbessern, eine neue Kultur zu erfahren und ein weiteres Arbeitsfeld, die Arbeit mit Bioreaktoren, kennenzulernen. Merck bietet als internationales Unternehmen jedem dual Studierenden und auch vielen Azubis die Chance, solch einen Auslandseinsatz zu absolvieren.

Momentan schreibe ich meine Bachelorarbeit in der Kosmetikabteilung von Merck. Auch hier macht mir die Arbeit unglaublich viel Spaß. Ein weiterer Vorteil des dualen Studiums: Ich kann die Thesis im eigenen Unternehmen schreiben und muss mich nicht extern bewerben. Ich kenne bereits alle Abläufe und auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und benötige keine lange Zeit zur Einarbeitung. Ich kann mehr oder weniger direkt mit der praktischen Arbeit für meine Thesis beginnen.

Meine Pläne für die Zeit nach dem Studium sind: Auf jeden Fall bei Merck bleiben! Ich hatte bereits die Chance, mich bei mehreren Laboren vorstellen zu dürfen und habe auch schon Zusagen für Stellen erhalten. Ich möchte im Anschluss an mein Bachelorstudium definitiv parallel zu meiner Berufstätigkeit noch ein Masterstudium im Bereich Biologie (eventuell im Zusammenhang mit Management oder Business) absolvieren. Auch für den Master bietet Merck tolle finanzielle und vor allem fachliche Unterstützung an. Nach dem Master plane ich sogar meine Promotion im Unternehmen. Mein Traum ist es, als Wissenschaftlerin im Bereich Biologie und Medizin ein Team zu leiten, welches gegen den Krebs kämpft.

„Brotlose Kunst? Von wegen!“

„Kreativ war ich schon immer.“ Als Erklärung, warum Maria Brasch Designmanagement studiert, würde dies eigentlich schon genügen. Und auch wieder nicht. Warum Designmanagement? Warum nicht Bildende Kunst, Produktdesign oder Kommunikation? Wer es genau wissen will, merkt schnell: Sie hat auf einem Umweg den kürzesten Weg gefunden. Denn eigentlich war alles anders geplant. Und dann hat es doch gepasst. 

Der Reihe nach ...

Maria Brasch ist eine von neun dual Studierenden, die als erster Jahrgang an der 2012 gegründeten Brüder-Grimm-Berufsakademie in Hanau dual Designmanagement studiert. Dass es ein so genannter „Kreativberuf“ sein würde, lag früh nahe. Davon zeugte beispielsweise früh und sehr plastisch ihr Fahrrad. Das ist nach einem Lackierexperiment vor einigen Jahren im besten Sinne Aufsehen erregend: Gold – vom Lenker bis zur Speiche. Heute blättere der Lack zwar an einigen Stellen schon ab, wie sie gesteht, doch während das Farbspiel am Rad nur bedingt beständig war, ist das Interesse an Alltagsgegenständen geblieben: „Ich wollte nie etwas machen, das im Museum oder der Vitrine landet, sondern etwas, das auch in Gebrauch ist.“

Dinge gestalten

Als in Hanau schließlich der Studiengang Designmanagement entsteht, trifft das neue Fach bei ihr ins Schwarze: Kreatives Denken und Gestalten auch unternehmerisch zu managen, das passt. Ein Gedanke allerdings, der seine Zeit gebraucht hat, wie Maria Brasch gerne zugibt. Dass sie sich als Jugendwart im Sportverein engagierte und während der Ausbildung zur Schulsprechervertretung gewählt wurde, dass sie als zuverlässig gilt und oft ihr Organisationstalent unter Beweis stellt, schien ihr selbst direkt nach dem Abitur noch unwichtig für ihre Berufswahl. Bis die Frage auftauchte: „Warum bringe ich diese Stärken nicht auch in meinem zukünftigen Beruf ein?“ Ihre berufliche Ausbildung an der Zeichenakademie bricht sie deshalb kurzerhand ab. Und steigt mit dem dualen Studium, das das Designmanagement unter anderem mit einer Ausbildung als Metallbildner kombiniert, wieder neu ein. 


Leidenschaft im Blick

„Das war die richtige Wahl“, ist sich die 22jährige inzwischen sicher. „Ich wollte von Anfang an noch studieren. Meine Ausbildung sollte eine Grundlage im handwerklich-gestalterischen Bereich schaffen. Mit dem dualen Studium kann ich beides in kürzerer Zeit machen. Jetzt passt es perfekt.“ Dass das duale Studium weitaus fordernder ist als nur die Ausbildung, war ihr von Anfang an klar. Und doch, wie hoch das Lerntempo ist und wie sehr die Studierenden bereits im ersten Semester gefordert werden, das fällt ihr nun im direkten Vergleich erst auf. Bohren, sägen, aber auch der Umgang mit CAD-Programmen am Computer gehört zum Basiswissen, das die Studierenden gleich zu Beginn in den Werkstätten der staatlichen Zeichenakademie lernen. Dort findet die praktisch-betriebliche Ausbildung statt – es sei denn, ein Studierender hat einen Ausbildungsplatz in einem Unternehmen. Rund drei Monate dauert eine Praxisphase, darauf folgt ein dreimonatiger Theorieblock. „Da in meinem Fall alles im selben Haus ist, kann man aber auch in den Theoriephasen in die Werkstatt und die Dozenten sind ganz unabhängig von der Studienphase ansprechbar. Ein echter Vorteil.“, findet die Studentin. Entspannt zurücklehnen, diese Erfahrung teilt sie mit den meisten dual Studierenden, kann man sich aber auch an der BGBA in Hanau nicht. Denn auch in den Theoriephasen geht es zur Sache: Ein komplettes Markendesign zu erstellen und dann in der Konzeptpräsentation auch überzeugend zu verkaufen, gehörte beispielsweise bereits im ersten Semester zu den Projektaufgaben. 

Beruf und Berufung

Vom Studium gezeichnet, Burnout in Aussicht? Da muss Maria Brasch dann doch grinsen. Alles halb so wild, findet sie. Denn dahinter steht nicht nur bei ihr, sondern auch bei ihren Kommilitonen ein starker Antrieb: Leidenschaft und Begeisterung. Die ist ansteckend – und verändert sogar den Blick für das Alltägliche, wie sie erzählt: "Das sind konkrete Aufgaben, die einen nicht mehr loslassen, bei denen man nach Meinungen fragt und Inspirationen sucht und selbst dann noch weiter darüber nachdenkt, wenn die Hausarbeit schon längst abgegeben ist. Aber auch wenn man durch die Stadt läuft, sich Häuserfassaden anschaut oder auch nur durch den Baumarkt um die Ecke geht, bleibt man überall gedanklich an Formen, Funktionen, und Design hängen. Man beschäftigt sich letztlich den ganzen Tag und manchmal auch bis in die Nacht mit aktuellen Themen aus dem Studium. Das Studium wird, wenn man es richtig macht, zur Lebenseinstellung.“ 
Wie es für sie nach dem Studium weitergeht, weiß Maria Brasch noch nicht. Dafür bleibt zum Glück noch ausreichend Zeit. Festgelegt auf eine bestimmte Branche ist sie nach ihrem Studium jedenfalls nicht – und das ist auch gut so, findet sie. Mit dem doppelten Abschluss aus Gesellenbrief und Bachelor, dem entsprechenden Fachwissen und viel Begeisterung für Neues sei sie in jedem Fall gut ausgerüstet für den späteren Job. Als Designberater, für Filmproduktionen oder in der Werbung zu arbeiten, interessant sind für die angehende Designmanagerin viele Optionen. Und welches sind wohl ihre persönlichen Lieblingsobjekte, die sie gerne einmal gestalten würde? Lange überlegen muss sie nicht: Ein Magazin für Outdoorsport- und Mode zum Beispiel, erzählt sie. Oder ein Snowboard. Und natürlich ein Fahrrad. Diesmal aber richtig – professionell.

Bei der SCHUFA arbeiten doch nur Spießer ...

Lea Blang studiert Business Administration dual. Sie berichtet für uns, wie der duale Arbeitsalltag bei der SCHUFA Holding AG aussieht: 

„Nach meinem Fachabitur 2012 habe ich bei der SCHUFA Holding AG ein duales Studium im Bereich Business Administration begonnen. Parallel dazu werde ich 2014 die Ausbildung zur Bürokauffrau absolvieren.

Bereits der Slogan „Bei der SCHUFA arbeiten doch nur Spießer“ hat mein Interesse geweckt. Dies ist ein Irrtum, schließlich konnte ich mich im Vorstellungsgespräch von dem Gegenteil überzeugen. Auch während meiner Praxisphase, die alle drei Monate blockweise stattfindet, stelle ich immer wieder fest, dass die Kollegen sehr offen und hilfsbereit sind. Außerdem herrscht im Unternehmen eine flache Hierarchie, bereits an meinem ersten Arbeitstag lernte ich den Vorstandsvorsitzenden persönlich kennen.

Während der Praxisphase bekomme ich interessante Einblicke in die Tätigkeiten der einzelnen Bereiche und übernehme eigene Aufgaben. Zum Beispiel in der Abteilungen Produktmanagement: Hier habe ich Präsentationen und Produktinformationsbroschüren überarbeitet. In der Personalabteilung war ich für die Bewerberdatenbank sowie für die Erstellung des Mitarbeiterleitfadens zuständig. Ein besonderes Ereignisse war es, bei Telefoninterviews, im Vorstellungsgespräch und auf Personalmessen dabei gewesen zu sein.  

Ich wusste zunächst gar nicht, dass die SCHUFA es den Auszubildenden ermöglicht, die einzelnen Standorte kennenzulernen. Während des ersten Ausbildungsjahrs hatte ich die Möglichkeit, mit weiteren Auszubildenden,  die Standorte kennenzulernen. Bevor es überhaupt losging, mussten wir selbständig die Flüge sowie die Hotels buchen. Während des Aufenthalts in den verschiedenen Standorten lernt man immer mehr über die SCHUFA. So haben wir mitbekommen, wie die Meldungen sowie die Anfragen verarbeitet werden. Wir selbst haben allerdings keinen Zugriff auf die SCHUFA-Datenbank. Durch diesen interessanten Einblick kann man sich erst richtig vorstellen, was für eine große Rolle die SCHUFA spielt. Sobald man ein Girokonto eröffnen möchte oder ein Handyvertrag abschließen möchte, wird eine Anfrage bei der SCHUFA gestellt, ob man überhaupt zahlungsfähig ist. Die SCHUFA speichert mehr als 91% Positiv-Daten, was mich selbst am Anfang sehr überrascht hat.

Durch die vielfältigen Tätigkeiten wird es bei der SCHUFA nie langweilig. In der Praxisphase lernt man verschiedene Bereiche kennen und steht immer vor neuen Herausforderungen, was die Arbeit sehr interessant und spannend macht. Trotz des Stresses, den man bei einem dualen Studium hat, macht es total viel Spaß das Erlernte direkt in der Praxis umzusetzen. Die Prüfungen werden immer im Anschluss von einem Semester geschrieben. Durch die Lernfortschrittskontrolle, die während der Praxisphase absolviert werden muss, wird das Erlernte nochmal aufgefrischt.  Mit der Zeit lernt man, wie man sich am besten die Zeit einteilt. Ich bin sehr froh, diesen Weg gewählt zu haben, da ich somit zwei Abschlüsse innerhalb von drei Jahren absolvieren werde und schon erste Berufserfahrung sammeln kann." 

„Ein klares Ziel vor Augen. Das motiviert.“

Die Ausbildung zur Industriekauffrau erfolgreich abgeschlossen, den Bachelor of Business Administration in der Tasche: 2011 hat Jacqueline Fabig ihr duales Studium an der Hessischen Berufsakademie beendet und als Kommunikatorin im Mercedes-Benz Werk Kassel ein vielseitiges Aufgabenspektrum übernommen.

Heute gehören neben der Verwaltung des Werksintranets auch die Veranstaltungsorganisation, Fachpressearbeit und die Koordination eines Gesundheitsprojekts zu ihren Tätigkeitsbereichen – frei nach dem Motto: Man wächst mit seinen Aufgaben. Im Interview blickt die 25jährige auf ihre Studienzeit zurück und berichtet von ihrem Berufseinstieg.

Was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie an ihren Studienbeginn zurückdenken?

Das erste Semester ist sicher für jeden Studenten eine besondere Erfahrung, an die man auch gerne zurückdenkt, weil plötzlich alles sehr ‘neu’ und aufregend war. Man lernt viele neue Leute kennen, man muss sich an die neuen Abläufe gewöhnen und kommt in die ersten Fachbereiche im Betrieb.


Ausbildung und Studium parallel, der Doppelabschluss in drei Jahren: Wie sieht in dieser Zeit der duale „Studien- und Berufsalltagalltag“ aus?

Mit dem Studienbeginn wird der Tag plötzlich länger und gefühlt gleichzeitig kürzer, da man ständig beschäftigt ist. In meinem Fall heißt das, dass ich meistens bis 17.30 Uhr im Betrieb war und dort entweder bereits eigenständig kleinere Projekte bearbeitet oder meine Ausbildungsbetreuer in ihren Aufgaben unterstützt habe. Danach ging es von 18.00 Uhr bis 21.00 Uhr an die Berufsakademie. Und in Klausurphasen konnte es dann durchaus vorkommen, dass sich der Feierabend weiter nach hinten verschoben hat und auch nach 21.00 Uhr noch gelernt wurde.


Ein duales Studium erfordert eine hohe Leistungsbereitschaft. Wird Freizeit da zum Fremdwort?

Es stimmt, das duale Studium ist sehr arbeitsintensiv und erfordert auch eine hohe Leistungsbereitschaft, weil es letztlich in der Kombination von Arbeit, Vorlesungen, Berufsschule und Lernen einen Großteil der zur Verfügung stehenden Zeit einnimmt. Wenn man sich daran gewöhnt hat, lernt man aber seine Zeit einzuteilen und kann sich so auch einige Freiräume schaffen.


Wie gelang der Berufseinstieg? Wie groß war die Umstellung auf den klassischen Berufsalltag – ungewohnt oder doch schon Normalität?

Eigentlich ist man durch das Studium schon sehr gut vorbereitet. Die Bachelorarbeit wird oft in dem Fachbereich geschrieben, in welchen man übernommen wird. Das war auch bei mir der Fall. Somit ist man nach dem Studium mit dem Aufgabengebiet schon vertraut und kann voll einsteigen. Dieses ‘Angekommensein’ ist dann ein gutes Gefühl. Auch zeitlich war es keine Umstellung, als dual Studierende muss man sich eher an die gewonnene Freizeit an den Abenden gewöhnen.


Ihr Fazit zum dualen Studium? 

Ich würde mich immer wieder für diesen Weg entscheiden, weil man die innerbetrieblichen Abläufe kennenlernt und diese im Studium sowie beim Berufseinstieg verwenden kann. Außerdem lernt man, strukturiert zu arbeiten und sich so schnell in neue Themengebiete oder Aufgaben einzuarbeiten.


Welchen Tipp geben Sie Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg, die ein duales Studium in Betracht ziehen?

Geht mit viel Engagement und Ehrgeiz in das Studium und seid bereit auch einige Dinge zurückzustellen. Es wird manchmal Momente geben, in denen man fast verzweifelt. Letztendlich aber wird man für die Arbeit belohnt und die drei Jahre gehen wirklich schnell vorüber und machen insgesamt auch viel Spaß.