Erfahrungsberichte

Mit einem dualen Studium hast du nach drei Jahren viel praktische Erfahrung und einen akademischen Titel in der Tasche. Aber wie sieht der Arbeitsalltag konkret aus und erfüllen sich die hohen Erwartungen?

Hier berichten Studentinnen und Studenten über ihre Erfahrungen im Dualen Studium Hessen.

Duales Studium in der IHK

Lucca Claß

Lucca Claß absolviert den praktischen Teil seines dualen Studiums der Betriebswirtschaft seit 1. August bei der IHK Limburg. Im Interview berichtet der 22-jährige, weshalb er sich für seine berufliche Qualifizierung für diese Kombination von Theorie und Praxis entschieden hat.

Warum haben Sie sich für ein duales Studium entschieden?

Für mich erweitert das duale Studium meine Möglichkeiten zu lernen. Denn ich kann nicht nur das theoretische Wissen verinnerlichen, sondern darf auch von den Tipps und Kniffen meiner Kollegen lernen. In den Praxisphasen erfahren zu können, was ich mit meinem Wissen so alles anstellen kann und nach einem Arbeitstag ein Ergebnis vor mir zu sehen, das stellt für mich den größten Reiz eines dualen Studiums dar.

Weshalb haben Sie den Studiengang Betriebswirtschaft gewählt?

Für Betriebswirtschaft mit der Fachrichtung Mittelstandsmanagement habe ich mich entschieden, da ich zum einen mit einem mittelständischen Betrieb aufwuchs und es wichtig finde, diesen Wirtschaftszweig weiterentwickeln und gestalten zu können. Zum anderen bereitete mir das Planen und Erstellen von Prozessen schon immer große Freude. Es fasziniert mich zu sehen, wie alle zuvor erdachten Schritte ineinander greifen und dabei möglichst effektiv zum Ziel führen.

Wie ist Ihr Studium aufgebaut?

Das Studium erstreckt sich über sieben Semester und findet in Unterrichtsblöcken statt. Diese werden in der Außenstelle der Technischen Hochschule Mittelhessen am Campus Limburg ausgerichtet. In den ersten vier Semestern erlerne ich betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Grundlagen. Dabei sind die ersten drei Semester von einer Praxisphase begleitet. Das vierte und fünfte Semester dient zur individuellen Vertiefung, vor allem durch Wahlpflichtmodule. Im sechsten Semester folgt das Projektstudium, in dem ich ein größeres Projekt bei der IHK Limburg bearbeiten werde. Im letzten Semester folgen die Bachelor-Thesis und das Kolloquium bei der IHK.

Warum haben Sie sich für die IHK entschieden?

Als Vertreter der regionalen Wirtschaft beschäftigt sich die IHK mit vielen sehr unterschiedlichen Themen: von der Ausstellung von Herkunftsnachweisen über die Aus- und Weiterbildung bis hin zur Gründungsberatung ist alles dabei. Ich habe somit die Chance, sehr viele Dimensionen des unternehmerischen Handelns kennenzulernen. Darüber hinaus vertritt die IHK Werte wie die des ehrbaren Kaufmanns, die mir sehr wichtig sind. Für mich vereint die IHK somit die Möglichkeit, sowohl fachlich als auch moralisch lernen und wachsen zu dürfen.

Was wollen Sie nach dem dualen Studium machen?

Mein großes Ziel ist es, in einer Führungsposition die Wertschätzung innerhalb eines Unternehmens wieder zu einem der höchsten Güter zu machen. Ich strebe ein Umfeld an, in dem zwischen Belegschaft und Führung Verständnis und Zusammenhalt herrscht. Mein Ziel ist es wirtschaftlichen Erfolg und soziale Verantwortung so zu vereinen, dass diese Symbiose überall gelebt werden kann.

(Interview aus Wirtschaft Region Limburg-Weilburg, 08-09 2019, S. 40)

Teamfähigkeit ist ungemein wichtig!

Patrick

Angehende Dipl.-Ingenieure der Material- und Fertigungstechnologie berichten über ihre Erfahrungen an der Heraeus Holding GmbH.

Über den Beruf

Susanne: Bei unserer Ausbildung handelt es sich um ein sogenanntes „IS + A“ – Modell, d. h. ein integriertes Studium + Ausbildung. Der Duale Studiengang startet mit einer Ausbildung zum Industriemechaniker, die zweieinhalb Jahre dauert und dann mit einer IHK-Prüfung endet.

Patrick: Parallel dazu läuft das Studium an der FH Gießen-Friedberg, so dass unsere Ausbildung insgesamt 4,3 Jahre dauert. Heraeus stellt jedes Jahr über 90 Auszubildende in verschiedenen Ausbildungsberufen ein. Davon sind rund 15 Auszubildende in einem dualen Studium beschäftigt.

Susanne: Nach Ausbildungsbeginn im September haben wir zunächst gemeinsam mit anderen Metall-Azubis in einer Projektarbeit einen Locher hergestellt, um so die verschiedenen Produktionstechniken wie z. B. das Drehen, Feilen und Fräsen kennen zu lernen.

Patrick: Wir wurden dann aus der Azubi-Gruppe genommen und haben unseren Schweißlehrgang vorgezogen, um das erste Semester an der FH Gießen-Friedberg absolvieren zu können.

Susanne: Wir durchlaufen bei Heraeus außerdem verschiedene Abteilungen in unseren Praxissemestern, um einen Einblick ins Unternehmen zu bekommen. Dazu gehören unter anderem das Materiallabor, sämtliche Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, der technische Vertrieb und die Fertigung.

Die Voraussetzungen

Patrick: Für unseren Beruf braucht man die Fachhochschulreife oder Allgemeine Hochschulreife. Sehr wichtig ist es, dass technisches Interesse vorhanden ist.

Susanne: Unabdingbar sind auch gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathematik, Physik und Chemie. Auch gute Englischkenntnisse sind wichtig.

Patrick: Da wir oft mit englischen Fachausdrücken in unserer Ausbildung konfrontiert werden, habe

Susanne

Unsere Ziele

Susanne: Ganz klar: Zunächst einmal will ich mein Studium mit einem sehr guten Abschluss beenden.

Patrick: Das Gleiche gilt auch für mich. Außerdem unterstützt uns Heraeus auch nach dem Studium, wenn wir eine Weiterbildung machen wollen. Das Motto hier lautet: „Lebenslanges Lernen“.

Alltagsbezug

Susanne: Während unserer Ausbildung arbeiten wir hauptsächlich im Team. Dies ist total wichtig, da man Probleme gemeinsam lösen kann und jeder von den Stärken des anderen profitiert. Da habe ich ungemein viel dazu gelernt. Eigenständiges Arbeiten und Präsentationen halten, gehören schon zum Standard. Das bringt auch für den Alltag sehr viel.

Patrick: Richtig: man wird einfach viel selbstbewusster und erfahrener. Zudem lernt man Verantwortung zu übernehmen. Und das kann ja im Privatleben nicht schaden, oder?

Duales Studium mit allen Sinnen

Meike Lehmann

„Das duale Studium bei der Henkell Sektkellerei verlangt eine hohe Selbstdisziplin, Eigenverantwortung und Durchhaltevermögen. Dafür bietet es aber auch jede Menge Abwechslung, eigene Gestaltungsmöglichkeiten und hoch interessante Tätigkeitsfelder“, erklärt uns die 21-jährige dual Studierende Meike Lehmann und greift während des Gesprächs in die Schatztruhe an Erfahrungen, die sie in ihrer bisherigen dualen Studienzeit im Betrieb und an der Provadis Hochschule in Frankfurt Höchst gewonnen hat.

Sekt statt Selters - Die perfekte Lösung

Persönlich macht es der dualen Studentin Spaß, mit fassbaren Produkten, wie einer Flasche Sekt zu arbeiten, und vom Einkauf, über die Produktion bis zum Verkauf das Tagesgeschäft hautnah mitzuerleben. Die eigens hergestellten Produkte im Supermarkt in die Hand nehmen zu können, schafft eine fühlbare Identifikation mit dem Arbeitgeber. Der Weg zum Sekt lief über intensive Online-Recherche. Schnell war der damaligen Abiturientin klar, dass Sie ein betriebswirtschaftliches Studium aufnehmen wollte, einzig der Praxisanteil schien ihr im klassischen Hochschulstudium zu vage - auch die Finanzierung sollte gesichert sein. Das Angebot der Henkell Sektkellerei & Co. KG - Vergütung in Kombination mit Betriebserfahrung und Studium als Trainee klang verlockend und war für Meike Lehmann die perfekte Lösung.

Spannende Aufgaben und Projekte - und viel Eigenverantwortung

Nachdem sie die Hürde Assessment Center gemeistert hatte, rotierte Meike Lehmann durch die Abteilungen der Sektkellerei und lernte nicht nur alle Bereiche des Unternehmens kennen, sondern übernahm eigenverantwortlich viele spannende Aufgaben und Projekte. In der Personalabteilung drehte die duale Studentin den Spieß dann um: vor kurzem hatte sie sich dort noch beworben, nun unterstützte sie die Rekrutierung neuer Auszubildender sowie dual Studierender, wirkte an der Gestaltung eines Bewerberworkshops mit und bereitete Messen und Tagungen vor. Ein besonderes Highlight war, um beim Sekt zu bleiben, der jährlich stattfindende Sensoriktest, eine Verkostung an eigenen Sektproben sowie die Erprobung der Konkurrenzprodukte mit Hilfe aller menschlichen Sinne.

Das Studium in Theorie und Praxis - geht studieren über probieren?

Nicht nur “probieren” im wahrsten Sinne des Wortes, sondern auch studieren steht für Meike Lehmann auf der Tagesordnung: Durch kleine Studiengruppen besteht ein enger Austausch zwischen Dozenten und Studierenden. Das Studium läuft berufsbegleitend zur Ausbildung im Betrieb. Zweimal wöchentlich, immer donnerstags und samstags steht eine achtstündige Präsenz im Hörsaal auf dem Plan. Sich auch nach einem 10-stündigen Arbeitstag abends noch an den Schreibtisch zu setzen, um Hausarbeiten und Praxisberichte zu schreiben und für die nächste Klausur zu lernen, verlangt Selbstdisziplin. Man gewöhne sich jedoch mit der Zeit daran, Skripte zum Lernen mit auf die Arbeit zu nehmen, und diese in jeder freien Minute durchzuarbeiten, lässt die engagierte duale Studentin durchblicken. Sehr hilfreich seien in jeder Hinsicht, die Betreuer im Unternehmen sowie verständnisvolle Arbeitskollegen. Zudem unterstützten sich die dual Studierenden desselben Jahrgangs bei Verständnisfragen und bei der Aufarbeitung des Unterrichtsstoffes.

Prickelnde Berufsaussichten

Prickelnd sind nicht nur die Erzeugnisse ihres Unternehmens: prickelnd sind nach dem Abschluss ihres Bachelor of Science im Fach Business Administration mit dem Schwerpunkt Marketing und Innovationsmanagement auch die Berufsaussichten für Meike Lehmann. Die inhaltlichen Schwerpunkte des Studiengangs sind die technologischen und administrativen Themen moderner Industrieunternehmen – so bringt es eine Infobroschüre der Hochschule auf den Punkt. In jedem Fall ist die duale Studentin durch ihr duales Studium breit aufgestellt und hat den Einstieg in das Berufsleben bereits erfolgreich gemeistert.

Duales Studium bei der Fraport AG

Bachelor of Arts in Luftverkehrsmanagement

Studierende des dualen Studiengangs Bachelor of Arts in Luftverkehrsmanagement berichten über ihre Erfahrungen bei der Fraport AG.

Was sind die wesentlichen Inhalte des Studiengangs Luftverkehrsmanagement?

Das Studium Luftverkehrsmanagement bereitet auf die Übernahme von Fach- und Führungsaufgaben in der Luftverkehrswirtschaft vor, d.h. bei Flughäfen, Airlines und der Flugsicherung. Das Duale Studium besteht aus 6 Semestern. Jedes Semester setzt sich aus einer Theorie-Phase an der Fachhochschule Frankfurt und einem praktischen Einsatz am Flughafen Frankfurt zusammen. Es werden während dem Studium mehrere Abteilungen durchlaufen. Studieninhalte sind Fächer aus den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Logistik und Luftverkehr. Fraport stellt jährlich 12 Bewerber für diesen Studiengang ein.

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Warum hast Du Dich für dieses Studium bei Fraport entschieden?

Die Verbindung von Theorie und Praxis war mir sehr wichtig. Ich finde, es ist viel spannender auch Einblicke in den Betrieb zu bekommen, als nur trockene Theorie zu lernen. Dabei lernt man viele Leute kennen und kann Erfahrungen sammeln.

Außerdem bietet Fraport viele interessante Einsatzmöglichkeiten. Wir lernen hier den Flughafen und den Flugbetrieb von einer ganz anderen Seite kennen. Die Möglichkeit von Auslandsaufenthalten während des Studiums und die Aussicht auf Übernahme in diesen internationalen Konzern sind für mich auch ausschlaggebende Punkte für meine Entscheidung.

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Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um Luftverkehrsmanagement studieren zu können?

Man braucht für unser Studium die Allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. Das Interesse an betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen und am Luftverkehr ist ebenfalls sehr wichtig. Außerdem sollten die Noten in Deutsch, Mathematik und Englisch nicht schlechter als befriedigend sein. Dann steht einer Bewerbung nichts mehr im Wege.

Auf der Überholspur

Daniel Werbnik

Daniel Werbnik und Timo Asseburg beide 20 Jahre alt, studieren seit September 2012 International Business B.A. bei der Hager Unternehmensberatung und unterstützen sie bei der Besetzung von Fach- und Führungskräften.

Für die Studenten der accadis Hochschule Bad Homburg ein idealer Weg, um die Theorie von Anfang an mit der Praxis zu kombinieren. So bekommen sie unmittelbar den direkten Einstieg in den Berufsalltag und müssen nicht nur reine Theorie lernen. Eine gute Entscheidung, wie uns die beiden im Interview wissen lassen.

Wie haben Sie sich beworben? Und wie funktioniert der Bewerbungsprozess?

Daniel Werbnik: Kennengelernt hatte ich das duale Studium über eine Informationsveranstaltung der Hochschule. Über sie konnte ich auch gleich in Erfahrung bringen, welche Unternehmen duale Studenten suchen. Die Vergabe eines dualen Studienplatzes erfolgt dann direkt nach einer erfolgreichen Bewerbung beim Ausbildungsunternehmen. Der Bewerbungsprozess ist in jedem Unternehmen anders, ähnelt aber dem jeweiligem Vorgehen bei der Auswahl festangestellter Mitarbeiter.

Timo Asseburg: Ich habe mich überwiegend initiativ beworben. Mit dem unterzeichneten Arbeitsvertrag kann man sich dann an der jeweiligen Hochschule einschreiben.

Nach welchem Zeitmodell studieren Sie? Wie oft findet der Wechsel zwischen Hochschule und Unternehmen statt?

Timo Asseburg: Wir studieren beide im Parallelstudium. Der Zeitaufwand und die allgemeine Belastung sind hierbei natürlich hoch, aber mit strukturiertem Zeitmanagement und einer guten Portion Selbstdisziplin ist das auch zu schaffen, ohne dass der Rest des Lebens „auf der Strecke bleibt“. Meine Freunde und Hobbys sind mir wichtig – auch wenn ich für sie nicht mehr so viel Zeit habe wie früher.

Mit welchem Abschluss beenden Sie beiden ihr Studium?

Daniel Werbnik: Wir beenden unser Studium mit dem Bachelor of Arts B.A. International Business mit dem Schwerpunkt „General Management“.

Timo Asseburg: Zusätzlich zu unserem akademischen Abschluss verfügen wir dann bei Beendigung unseres Studiums bereits über 3 Jahre Vollzeit-Berufserfahrung. Das bedeutet: mehr Verantwortung als „klassische Absolventen“ und ein schnellerer Karriereweg.

Welche besonderen Erfahrungen oder Erlebnisse haben Sie bereits gemacht?

Daniel Werbnik: Ich persönlich empfinde den gesamten Arbeitsalltag bei der Hager Unternehmensberatung als besondere Erfahrung. Ich wurde von Anfang an in Projekte eingebunden und mein Tätigkeitsfeld hat sich mit wachsender Erfahrung stetig vergrößert. Meine Kollegen zeigen viel Verständnis dafür, dass ich durch mein Studium noch zusätzlich beansprucht werde und wir können offen über alles reden.

Timo Asseburg: Ich bin froh, dass ich mich für dieses Studium und für die Hager Unternehmensberatung entschieden habe. Meine Aufgaben sind vielfältig, ich wirke aktiv in laufenden Projekten mit und habe außerdem die Möglichkeit, unterschiedliche Teams und Unternehmensbereiche kennen zu lernen. So kann ich hautnah miterleben, wie das, was ich an der Hochschule theoretisch vermittelt bekomme, praktisch umgesetzt wird. Meine Kollegen unterstützen mich, wo sie nur können und sind sehr hilfsbereit.

Wissen Sie schon, was nach dem Studium kommt?

Daniel Werbnik: Für mich steht bereits heute fest, dass ich gerne weiter bei der Hager Unternehmensberatung arbeiten möchte. Wenn alles gut läuft, strebe ich eine Berater-Karriere hier im Haus an, welche mir über die Stationen Consultant und Senior Consultant ermöglicht, später als Business Unit Manager eine starke unternehmerische Verantwortung zu tragen und ein eigenes Team zu führen.

Timo Asseburg: Mir geht es ähnlich, auch ich würde gern hier bleiben. Zum jetzigen Zeitpunkt erwäge ich zudem, dann später noch parallel einen dualen Masterabschluss dranzuhängen.

Mit Rückenwind zum nächsten Schritt!

Florian Keil

Ein Kooperationsunternehmen für sein duales Studium musste sich Florian Keil nicht suchen, denn die Idee dazu ging von seinem Arbeitgeber, der ENTEGA AG, aus – zu diesem Zeitpunkt war er bereits über 15 Jahre dort beschäftigt. „Als mein Arbeitgeber auf mich zukam, war das ein gutes Gefühl!”


Die Entscheidung
Nach dem Realschulabschluss, einer abgeschlossenen Lehre, einer Ausbildung zum Handwerksmeister sowie einer Zusatzausbildung zum Kraftwerksmeister für Elektrotechnik und Leittechnik war er sechs Jahre lang als Projektleiter und stellvertretender Instandhaltungsleiter im Müllheizkraftwerk in Darmstadt tätig. „Und dann wurde ich von meiner Chefin angesprochen, ob ich mir denn vorstellen könnte nochmal ein Studium durchzuführen - mit der Aussicht auf weiterführende Tätigkeiten im Kraftwerk.“
Für Florian Keil gehörte ein Blick auf Weiterbildungsmöglichkeiten immer zu seinem beruflichen Selbstverständnis. „Ich habe mir nach meiner Meisterausbildung schon meine Gedanken gemacht, was man so machen kann, um beruflich weiter zu kommen. Jedoch habe ich schon gut verdient und wollte nicht mehr zurück. Sich beispielsweise für ein Studium freistellen zu lassen, war aus finanzieller Sicht für mich keine Option! Und ich wollte auch nicht aus dem Unternehmen ausscheiden, weil ich dort einfach gerne arbeite.“ Als dann die Initiative für die nächste Etappe von den Vorgesetzten kam, war das ein willkommener und geschätzter Rückenwind für seinen nächsten Karriere-Schritt.
„Mit 22 hätte ich gleich ja gesagt; so war jetzt erstmal die Rücksprache mit meiner Familie notwendig.“ Ganz bewusst fällt die Entscheidung auf das duale Studium und nicht auf eine berufsbegleitende Variante, bei der er eine zu hohe zeitliche Belastung für sich und seine junge Familie sah.


Die Kombination
Im Sommersemester 2017 beginnt Keil das duale Bachelor-Studium der Elektro- und Informationstechnik an der Hochschule Darmstadt. So waren sich Beruf und Studium nicht nur inhaltlich nah. „Nach der Uni kann man immer nochmal kurz in der Firma vorbeischauen.“

Florian Keil erfährt in den ersten vier Semestern seines dualen Studiums, dass Lernen Spaß machen kann und man durch theoretischen Input auch eine andere Perspektive auf berufliche Themenfelder erhält. „Man bekommt für den Beruf jetzt doch noch einen tieferen Einblick in die Materie – auch was die Technik angeht.“ Doch nicht nur eine thematische Festigung des berufsspezifischen Wissens, sondern auch eine allgemeine Beeinflussung der Arbeitsweise kann der duale Student rückblickend ausmachen. „Man erlernt auch eine allgemeine Herangehensweise und merkt wirklich wie man sich mehr strukturiert.“


Der Ausblick
Nach dem Bachelor wird er eine neue Stelle im Kraftwerk der ENTEGA AG beginnen und neue Aufgaben und Herausforderungen angehen. Die Freude auch wieder in Vollzeit beschäftigt zu sein fest im Blick, ist er für mögliche Weiterbildungsoptionen weiterhin offen. Auf die Frage, ob er sich nochmal für ein duales Studium entscheiden würde, antwortet Florian Keil sofort und entschlossen: „Ja!“

Duales Studium Tourismusmanagement - Erfahrungsbericht einer Absolventin