Erfahrungsberichte

Mit einem dualen Studium hast du nach drei Jahren viel praktische Erfahrung und einen akademischen Titel in der Tasche. Aber wie sieht der Arbeitsalltag konkret aus und erfüllen sich die hohen Erwartungen?

Hier berichten Studentinnen und Studenten über ihre Erfahrungen im Dualen Studium Hessen.

Daniel Werbnik

Daniel Werbnik und Timo Asseburg beide 20 Jahre alt, studieren seit September 2012 International Business B.A. bei der Hager Unternehmensberatung und unterstützen sie bei der Besetzung von Fach- und Führungskräften.

Für die Studenten der accadis Hochschule Bad Homburg ein idealer Weg, um die Theorie von Anfang an mit der Praxis zu kombinieren. So bekommen sie unmittelbar den direkten Einstieg in den Berufsalltag und müssen nicht nur reine Theorie lernen. Eine gute Entscheidung, wie uns die beiden im Interview wissen lassen.

Wie haben Sie sich beworben? Und wie funktioniert der Bewerbungsprozess?

Daniel Werbnik: Kennengelernt hatte ich das duale Studium über eine Informationsveranstaltung der Hochschule. Über sie konnte ich auch gleich in Erfahrung bringen, welche Unternehmen duale Studenten suchen. Die Vergabe eines dualen Studienplatzes erfolgt dann direkt nach einer erfolgreichen Bewerbung beim Ausbildungsunternehmen. Der Bewerbungsprozess ist in jedem Unternehmen anders, ähnelt aber dem jeweiligem Vorgehen bei der Auswahl festangestellter Mitarbeiter.

Timo Asseburg: Ich habe mich überwiegend initiativ beworben. Mit dem unterzeichneten Arbeitsvertrag kann man sich dann an der jeweiligen Hochschule einschreiben.

Nach welchem Zeitmodell studieren Sie? Wie oft findet der Wechsel zwischen Hochschule und Unternehmen statt?

Timo Asseburg: Wir studieren beide im Parallelstudium. Der Zeitaufwand und die allgemeine Belastung sind hierbei natürlich hoch, aber mit strukturiertem Zeitmanagement und einer guten Portion Selbstdisziplin ist das auch zu schaffen, ohne dass der Rest des Lebens „auf der Strecke bleibt“. Meine Freunde und Hobbys sind mir wichtig – auch wenn ich für sie nicht mehr so viel Zeit habe wie früher.

Mit welchem Abschluss beenden Sie beiden ihr Studium?

Daniel Werbnik: Wir beenden unser Studium mit dem Bachelor of Arts B.A. International Business mit dem Schwerpunkt „General Management“.

Timo Asseburg: Zusätzlich zu unserem akademischen Abschluss verfügen wir dann bei Beendigung unseres Studiums bereits über 3 Jahre Vollzeit-Berufserfahrung. Das bedeutet: mehr Verantwortung als „klassische Absolventen“ und ein schnellerer Karriereweg.

Welche besonderen Erfahrungen oder Erlebnisse haben Sie bereits gemacht?

Daniel Werbnik: Ich persönlich empfinde den gesamten Arbeitsalltag bei der Hager Unternehmensberatung als besondere Erfahrung. Ich wurde von Anfang an in Projekte eingebunden und mein Tätigkeitsfeld hat sich mit wachsender Erfahrung stetig vergrößert. Meine Kollegen zeigen viel Verständnis dafür, dass ich durch mein Studium noch zusätzlich beansprucht werde und wir können offen über alles reden.

Timo Asseburg: Ich bin froh, dass ich mich für dieses Studium und für die Hager Unternehmensberatung entschieden habe. Meine Aufgaben sind vielfältig, ich wirke aktiv in laufenden Projekten mit und habe außerdem die Möglichkeit, unterschiedliche Teams und Unternehmensbereiche kennen zu lernen. So kann ich hautnah miterleben, wie das, was ich an der Hochschule theoretisch vermittelt bekomme, praktisch umgesetzt wird. Meine Kollegen unterstützen mich, wo sie nur können und sind sehr hilfsbereit.

Wissen Sie schon, was nach dem Studium kommt?

Daniel Werbnik: Für mich steht bereits heute fest, dass ich gerne weiter bei der Hager Unternehmensberatung arbeiten möchte. Wenn alles gut läuft, strebe ich eine Berater-Karriere hier im Haus an, welche mir über die Stationen Consultant und Senior Consultant ermöglicht, später als Business Unit Manager eine starke unternehmerische Verantwortung zu tragen und ein eigenes Team zu führen.

Timo Asseburg: Mir geht es ähnlich, auch ich würde gern hier bleiben. Zum jetzigen Zeitpunkt erwäge ich zudem, dann später noch parallel einen dualen Masterabschluss dranzuhängen.

Duales Studium bei der Fraport AG

Bachelor of Arts in Luftverkehrsmanagement

Studierende des dualen Studiengangs Bachelor of Arts in Luftverkehrsmanagement berichten über ihre Erfahrungen bei der Fraport AG.

Was sind die wesentlichen Inhalte des Studiengangs Luftverkehrsmanagement?

Das Studium Luftverkehrsmanagement bereitet auf die Übernahme von Fach- und Führungsaufgaben in der Luftverkehrswirtschaft vor, d.h. bei Flughäfen, Airlines und der Flugsicherung. Das Duale Studium besteht aus 6 Semestern. Jedes Semester setzt sich aus einer Theorie-Phase an der Fachhochschule Frankfurt und einem praktischen Einsatz am Flughafen Frankfurt zusammen. Es werden während dem Studium mehrere Abteilungen durchlaufen. Studieninhalte sind Fächer aus den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Logistik und Luftverkehr. Fraport stellt jährlich 12 Bewerber für diesen Studiengang ein.

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Warum hast Du Dich für dieses Studium bei Fraport entschieden?

Die Verbindung von Theorie und Praxis war mir sehr wichtig. Ich finde, es ist viel spannender auch Einblicke in den Betrieb zu bekommen, als nur trockene Theorie zu lernen. Dabei lernt man viele Leute kennen und kann Erfahrungen sammeln.

Außerdem bietet Fraport viele interessante Einsatzmöglichkeiten. Wir lernen hier den Flughafen und den Flugbetrieb von einer ganz anderen Seite kennen. Die Möglichkeit von Auslandsaufenthalten während des Studiums und die Aussicht auf Übernahme in diesen internationalen Konzern sind für mich auch ausschlaggebende Punkte für meine Entscheidung.

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Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um Luftverkehrsmanagement studieren zu können?

Man braucht für unser Studium die Allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. Das Interesse an betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen und am Luftverkehr ist ebenfalls sehr wichtig. Außerdem sollten die Noten in Deutsch, Mathematik und Englisch nicht schlechter als befriedigend sein. Dann steht einer Bewerbung nichts mehr im Wege.

Mit Rückenwind zum nächsten Schritt!

Florian Keil

Ein Kooperationsunternehmen für sein duales Studium musste sich Florian Keil nicht suchen, denn die Idee dazu ging von seinem Arbeitgeber, der ENTEGA AG, aus – zu diesem Zeitpunkt war er bereits über 15 Jahre dort beschäftigt. „Als mein Arbeitgeber auf mich zukam, war das ein gutes Gefühl!”

Die Entscheidung
Nach dem Realschulabschluss, einer abgeschlossenen Lehre, einer Ausbildung zum Handwerksmeister sowie einer Zusatzausbildung zum Kraftwerksmeister für Elektrotechnik und Leittechnik war er sechs Jahre lang als Projektleiter und stellvertretender Instandhaltungsleiter im Müllheizkraftwerk in Darmstadt tätig. „Und dann wurde ich von meiner Chefin angesprochen, ob ich mir denn vorstellen könnte nochmal ein Studium durchzuführen - mit der Aussicht auf weiterführende Tätigkeiten im Kraftwerk.“
Für Florian Keil gehörte ein Blick auf Weiterbildungsmöglichkeiten immer zu seinem beruflichen Selbstverständnis. „Ich habe mir nach meiner Meisterausbildung schon meine Gedanken gemacht, was man so machen kann, um beruflich weiter zu kommen. Jedoch habe ich schon gut verdient und wollte nicht mehr zurück. Sich beispielsweise für ein Studium freistellen zu lassen, war aus finanzieller Sicht für mich keine Option! Und ich wollte auch nicht aus dem Unternehmen ausscheiden, weil ich dort einfach gerne arbeite.“ Als dann die Initiative für die nächste Etappe von den Vorgesetzten kam, war das ein willkommener und geschätzter Rückenwind für seinen nächsten Karriere-Schritt.
„Mit 22 hätte ich gleich ja gesagt; so war jetzt erstmal die Rücksprache mit meiner Familie notwendig.“ Ganz bewusst fällt die Entscheidung auf das duale Studium und nicht auf eine berufsbegleitende Variante, bei der er eine zu hohe zeitliche Belastung für sich und seine junge Familie sah.

Die Kombination
Im Sommersemester 2017 beginnt Keil das duale Bachelor-Studium der Elektro- und Informationstechnik an der Hochschule Darmstadt. So waren sich Beruf und Studium nicht nur inhaltlich nah. „Nach der Uni kann man immer nochmal kurz in der Firma vorbeischauen.“

Florian Keil erfährt in den ersten vier Semestern seines dualen Studiums, dass Lernen Spaß machen kann und man durch theoretischen Input auch eine andere Perspektive auf berufliche Themenfelder erhält. „Man bekommt für den Beruf jetzt doch noch einen tieferen Einblick in die Materie – auch was die Technik angeht.“ Doch nicht nur eine thematische Festigung des berufsspezifischen Wissens, sondern auch eine allgemeine Beeinflussung der Arbeitsweise kann der duale Student rückblickend ausmachen. „Man erlernt auch eine allgemeine Herangehensweise und merkt wirklich wie man sich mehr strukturiert.“

Der Ausblick
Nach dem Bachelor wird er eine neue Stelle im Kraftwerk der ENTEGA AG beginnen und neue Aufgaben und Herausforderungen angehen. Die Freude auch wieder in Vollzeit beschäftigt zu sein fest im Blick, ist er für mögliche Weiterbildungsoptionen weiterhin offen. Auf die Frage, ob er sich nochmal für ein duales Studium entscheiden würde, antwortet Florian Keil sofort und entschlossen: „Ja!“

Duales Studium Tourismusmanagement - Erfahrungsbericht einer Absolventin

Absolventin Michelle E. berichtet

Meine Leidenschaft für die Tourismusbranche entwickelte sich schon während der Mittelstufe. Ich absolvierte mehrere Praktika in den Ferien, was mein Interesse nur bestätigte. Die Kombination aus internationalem Flair, die Fremdsprachen, andere Kulturen und Informationen über ferne Länder hatten es mir angetan. Ein Studium in Tourismusmanagement, über das ich mich auf verschiedenen Messen informierte, schien mir somit als logische Schlussfolgerung.

Die Möglichkeit dual zu studieren

Dadurch hörte ich das erste Mal von der Möglichkeit, dual zu studieren. Mir erschien dies gleich als Vorteil, da ich mir sicher war, dass ich mich somit bereits sicherer in der Arbeitswelt fühlen würde, sobald ich das Studium abgeschlossen hatte. Um das duale Studium absolvieren zu können, bewarb ich mich direkt während des Abiturs bei verschiedenen Firmen, die mit den Hochschulen kooperierten. Nach einem Tag im Assessmentcenter, das aus einer Gruppenübung, einem persönlichen Gespräch und einem kleinen Test bestand, kam die Zusage vom Unternehmen e-domizil. Das Unternehmen sitzt in Frankfurt und hat verschiedene Online-Reiseportale über die Kreuzfahrten, Ferienhäuser und Rundreisen vertrieben werden. Es handelt sich um ein sehr junges, dynamisches Unternehmen, das mit einer angenehmen, lockeren Arbeitsatmosphäre punktet.

Vor dem offiziellen Studienbeginn, hatten wir eine Praxisphase, um das Unternehmen kennenzulernen und man traf Mitbewerberinnen vom Assessmentcenter wieder. In meinem Jahrgang studierte ich mit zwei anderen Kommilitoninnen von e-domizil an der Frankfurt University of Applied Sciences. Unsere Theoriephasen verbrachten wir fortlaufend jeweils für drei Monate an der Hochschule und drei Monate im Unternehmen.

Die Theoriephasen waren anspruchsvoll, aber mit der notwendigen Motivation absolut "machbar". Man sollte sich allerdings im Klaren sein, dass es sich um einen Managementstudiengang handelt und man sich in der Hochschule deshalb auch mit Makroökonomie, Reiserecht, Buchhaltung und Controlling etc. auseinandersetzt und nicht ausschließlich mit Studienfächern wie Wirtschaftsenglisch, Spanisch und Cross Cultural Communication. Genau hier liegt aber auch ein Vorteil. Nach dem Studium kann man sich mit diesem Studiengang daher auch sehr gut auf andere Branchen bewerben, falls man während des Studiums auch andere Interessensgebiete bemerkt. Der Studienplan ist relativ stark vorgegeben. Semesterferien gibt es nicht und man muss mit den Urlaubstagen in den Praxisphasen planen. Dafür erhält man allerdings sowohl in den Theoriephasen als auch in den Praxisphasen ein verlässliches Gehalt.

Die Praxisphasen tragen ebenfalls dazu bei, dass man als Studentin breit aufgestellt ist. Ich konnte die verschiedenen Abteilungen, wie die Serviceabteilung, Marketing, Vertrieb und die IT-Abteilung kennenlernen. Während meines Studiums bemerkte ich daher mein besonderes Interesse für den Bereich Marketing, dem ich auch meine Bachelorarbeit widmete. Die Bachelorarbeit verfasste ich im Unternehmen und erhielt sowohl von der Leitung aus dem Bereich SEA (Search Engine Advertising) als auch von der Frankfurt University of Applied Sciences eine tolle Unterstützung.

Welche Möglichkeiten ergeben sich nach dem Studium?

Bei meinen Bewerbungen nach dem Studium wurde mir bewusst, dass das duale Studium für mich die richtige Entscheidung gewesen ist. Viele Unternehmen schätzten die Praxiserfahrung, die ich bereits mitbrachte. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, nach dem dualen Studium im Unternehmen eine verantwortungsvolle Position zu erlangen.

Die Möglichkeit, während des Studiums Auslandserfahrung zu sammeln, hängt vom Unternehmen ab und muss individuell besprochen werden. So entschied ich mich für ein Auslandspraktikum in Florida, ebenfalls im Bereich Marketing. Während des Praktikums wurde mir bewusst, dass ich mich gerne noch durch ein Masterstudium in diesem Bereich qualifizieren wollte. Ich bewarb mich im Ausland und erfuhr hier abermals eine sehr gute Unterstützung von der Studiengangsleitung und der Frankfurt University of Applied Sciences, da ich zusätzliche Unterlagen für die Bewerbungen benötigte. Somit absolvierte ich mein Masterstudium in Barcelona in Marketing & Communication. Die Bewerbungsphase nach dem Master in Deutschland zeigte auch nach relativ kurzer Zeit Erfolge, sodass ich nun nach meinem Master in einer Marketingabteilung tätig bin. Auch wenn das Unternehmen nicht im Tourismusbereich tätig ist, profitiere ich während meiner täglichen Arbeit von meiner Berufserfahrung aus dem dualen Studium und kann ein solches Studium nur weiterempfehlen.

„Ein guter Plan – von Anfang an…“